Ein altbekannter Wirkstoff aus in Europa zugelassenen Hustensäften könnte in der Behandlung von Parkinson-Demenz eine überraschende Rolle spielen. Dabei handelt es sich um eine Form der Demenz, die im Verlauf der Parkinson-Krankheit auftreten kann. Sie beeinträchtigt unter anderem das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und das Denkvermögen.

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Die Substanz Ambroxol, seit Jahrzehnten bei Husten im Einsatz, hat in einer klinischen Studie bemerkenswerte Effekte auf die Symptome gezeigt und das ganz ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.
In einer Phase-2-Studie unter Leitung des kanadischen Neurologen Stephen Pasternak von der Western University erhielten 22 Patientinnen und Patienten mit Parkinson-bedingter Demenz über ein Jahr hinweg eine hohe Dosis Ambroxol. Das Ergebnis: Während die Kontrollgruppe unter Placebo eine spürbare Verschlechterung der Symptome wie Halluzinationen, Apathie und Unruhe zeigte, blieb der Zustand der Ambroxol-Gruppe stabil, im Schnitt verbesserten sich deren Werte sogar leicht. Allerdings konnte kein messbarer Fortschritt bei Gedächtnis oder Sprachleistung festgestellt werden.
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Ein Zufallstreffer ist das nicht. Forscher sehen die Wirkung in einem Enzym namens Glucocerebrosidase begründet, das bei Menschen mit Parkinson oft zu wenig aktiv ist. Ambroxol wirkt wie eine Art molekulare „Anschubhilfe“ für dieses Enzym und könnte so helfen, schädliche Ablagerungen im Gehirn zu reduzieren. Menschen mit einem genetischen Risiko für Parkinson profitierten in der Studie teils auch kognitiv vom Wirkstoff.
Ambroxol kann nachweislich die Blut-Hirn-Schranke passieren, also die Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem, und wurde in der Studie gut vertragen. Zwar traten bei einigen Teilnehmenden Magen-Darm-Beschwerden auf, doch schwere Nebenwirkungen blieben aus.
Wirkstoff in Europa rezeptfrei erhältlich
Pasternak zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Unser Ziel war es, den Verlauf der Parkinson-Demenz zu verändern. Diese frühe Studie bietet Hoffnung und eine solide Basis für größere Untersuchungen.“ Eine solche Folgestudie ist bereits in Planung.
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In Europa ist der Wirkstoff seit Jahrzehnten rezeptfrei erhältlich, vor allem in Hustensäften und Tabletten.










