Wer durstig ist, greift meist instinktiv zur Wasserflasche. Doch eine britische Studie zweifelt daran, ob dieses Verlangen auch gesund ist: Reines Wasser ist offenbar nicht das effektivste Getränk, wenn es um nachhaltige Hydrierung geht.

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Eine Forschergruppe der Universität St. Andrews in Schottland hat 13 gängige Getränke miteinander verglichen, mit teils überraschenden Ergebnissen. Entscheidend für den Flüssigkeitshaushalt ist nämlich nicht nur, wie viel wir trinken, sondern was wir trinken.
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Milch schlägt Wasser - und das hat Gründe
An der Spitze der Rangliste: Magermilch, gefolgt von speziellen Rehydrierungslösungen (wie sie bei Durchfallerkrankungen zum Einsatz kommen), Vollmilch und Orangensaft. Erst deutlich dahinter folgen stilles und sprudelndes Wasser.
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Wie kann das sein? Studienautor Prof. Ronald Maughan erklärt: „Getränke mit Zucker, Fett oder Eiweiß verweilen länger im Magen. Das führt dazu, dass Flüssigkeit langsamer abgegeben und länger im Körper gehalten wird.“ Ein weiterer Vorteil von Milch: Sie enthält Natrium, ein Elektrolyt, das wie ein Schwamm wirkt und Wasser im Körper bindet.
Ähnlich funktioniert das Prinzip bei medizinischen Rehydrierungslösungen, die neben Zucker auch Natrium und Kalium enthalten. Diese Kombination fördert die Flüssigkeitsaufnahme im Körper. Ein Prinzip, das sich auch im Sportbereich und bei extremer Hitze nutzen lässt.
Zucker: Freund und Feind der Hydrierung
Aber Vorsicht: Mehr Zucker bedeutet nicht automatisch bessere Hydrierung. Stark zuckerhaltige Getränke wie Limonade oder Fruchtsäfte können im Dünndarm sogar Wasser aus dem Körper „ziehen“, um die Zucker zu verdünnen, ein physiologischer Prozess namens Osmose. Das führt paradoxerweise dazu, dass diese Getränke kurzfristig weniger effektiv hydrieren als angenommen.
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Auch häufig diskutierte Getränke wie Bier und Kaffee wurden untersucht. Alkohol hat grundsätzlich eine entwässernde Wirkung, je stärker der Alkoholgehalt, desto mehr Flüssigkeit geht verloren. Ein Glas Bier ist daher in Sachen Hydrierung günstiger als ein Shot Whiskey.
Beim Kaffee kommt es auf die Dosis an: Bis zu etwa 300 Milligramm Koffein, das entspricht zwei bis drei Tassen, wirkt Kaffee ähnlich hydrierend wie Wasser. Erst höhere Mengen können die harntreibende Wirkung deutlich verstärken.
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Rangliste der Hydrierung
Die Studie verglich die Flüssigkeitsretention vier Stunden nach dem Trinken. Hier das Ranking (von am stärksten bis am wenigsten hydrierend):
- Magermilch
- Rehydrierungslösungen (z. B. Pedialyte, Liquid I.V.)
- Vollmilch
- Orangensaft
- Cola
- Diät-Cola
- Kalter Tee
- Heißer Tee
- Sportgetränke
- Stilles Wasser
- Sprudelwasser
- Bier
- Kaffee
Im Alltag reicht es meist, einfach auf das eigene Durstgefühl zu hören, unser Körper ist ein gutes Frühwarnsystem. Für Ausdauersportler, Menschen in heißen Arbeitsumgebungen oder ältere Personen kann es jedoch sinnvoll sein, gezielt auf besonders hydrierende Getränke zurückzugreifen.











