Diese Nachricht dürfte eine große Erleichterung für viele Herzpatienten darstellen. Nach Jahren der Forschung ist Ärzten am Deutschen Herzzentrum der Charité ein entscheidender Durchbruch gelungen. Um fehlerhafte Herzklappen auszutauschen, wurden lange Zeit Gewebestücke von Schweinen oder Rindern implantiert. Diese erfüllten zwar ihren Zweck, musste jedoch regelmäßig ausgetauscht werden. Doch damit könnten bald Schluss sein: Berliner Mediziner setzen erstmals erfolgreich ein mitwachsendes Implantat bei einem Patienten ein.
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Der Kinderkardiologe Boris Schmitt und seine Kolleginnen und Kollegen forschen seit 2010 an diesem Projekt. Dabei entwickelten sie folgende Methode: Gewebe wird aus dem Herzbeutel entnommen und anschließend daraus eine neue Herzklappe geformt, die in einen Stent eingebaut wird. Dieses Implantat kann dann ganz ohne Operation am offenen Herzen, sondern lediglich per Katheter eingesetzt werden.

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Neben der minimalinvasiven Vorgehensweise bringt die organische Qualität des Implantats den entscheidenden Vorteil. „Die Herzklappe bleibt lebendig, regeneriert sich und passt sich an“, so Schmitt in einer Mitteilung der Charité. Sie wird zudem vom Immunsystem umgehend akzeptiert und vom Körper mit Nährstoffen versorgt.
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In Deutschland kommen laut der Deutschen Herzstiftung jährlich knapp 9000 Kinder mit Herzfehlern, etwa einer defekten Herzklappe, zur Welt. Für sie bedeutete die bisherige Methode ein regelmäßiges großes Risiko: alle fünf bis zehn Jahre eine Operation am offenen Herzen. Das könnte künftig vorbei sein. Denn bei dem körpereigenen Implantat soll sich das mit eingesetzte Drahtgerüst (der Stent) sogar mit der Zeit auflösen und die Klappe einfach mitwachsen.
Als einer der ersten Patienten weltweit konnte Marcus L. aus Sachsen von dieser medizinischen Revolution profitieren. Der 34-Jährige, der seit seiner Kindheit an einem Herzfehler litt, erhielt im Frühjahr dieses Jahres eine neue Herzklappe, konnte bereits nach fünf Tagen aus der Klinik entlassen werden und war nach vier Wochen wieder vollständig genesen. So wie Marcus L. soll es künftig noch mehr Menschen ergehen, denn das Start-up „Grownvalve“ (Englisch für „gewachsene Klappe“) möchte das Forschungsprojekt zum neuen Standard machen. Das Unternehmen wird dazu von der EU mit mehr als acht Millionen Euro gefördert.









