Starkregen und Hochwasser, Hitze und Dürren – die Menschheit läuft schneller als gedacht auf eine gefährliche Klimazukunft zu. Laut einer neuen wissenschaftlichen Studie, die in der Fachzeitschrift „Communications Earth & Environment“ erschienen ist, dürfte die globale Erwärmung die kritische 1,5-Grad-Marke bereits im Jahr 2028 überschreiten. Noch alarmierender: Der Temperaturanstieg beschleunigt sich.

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Seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 gilt das Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Im aktuellen 20-Jahres-Schnitt liegt die Erderwärmung bereits bei 1,39 °C – Tendenz steigend. Schon in drei Jahren könnte der langfristige Durchschnitt über die 1,5-Grad-Grenze rutschen. Und das ist nicht nur eine statistische Marke, wie es in der Studie heißt. Jenseits dieser Schwelle nehmen Wetterextreme deutlich zu.

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Forscher schlagen neue Messmethode vor

Das österreichische Team von Klimaforschern hat nun eine neue Methode vorgestellt, um den Stand der globalen Erwärmung genauer zu erfassen. Der sogenannte „Current Global Warming Level (CGWL)“ misst die durchschnittliche Erderwärmung über einen Zeitraum von 20 Jahren. Dadurch lässt sich besser abschätzen, ob die Pariser Klimaziele noch eingehalten werden oder längst überschritten wurden.

Zusätzlich schlagen die Forscher eine farbige Bewertungsskala vor, um den Zustand des Weltklimas verständlicher darzustellen:

  • Grün: Erderwärmung unter 1,5 °C
  • Hellblau: Zwischen 1,5 °C und 1,7 °C („deutlich unter 2 Grad“)
  • Hellrot: 1,7 °C bis 2,0 °C – Risiko steigt deutlich
  • Dunkelrot: Über 2,0 °C – Pariser Ziel klar verfehlt

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Die Erde heizt sich immer schneller auf

Besonders besorgniserregend ist nicht nur das Ob, sondern auch das Wie schnell: Die Daten zeigen, dass die Erwärmung derzeit schneller voranschreitet als im langjährigen Mittel. In den letzten Jahren hat sich das Tempo des Temperaturanstiegs nahezu verdoppelt. Das liegt an der Kombination aus menschengemachten Emissionen, natürlichen Klimaphänomenen wie El Niño und Rückkopplungseffekten wie dem Rückgang von Eismassen.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, ist nicht nur das 1,5-Grad-Ziel in Gefahr. Auch die 2-Grad-Marke könnte laut aktuellen Szenarien bereits um das Jahr 2047 überschritten werden. Nur das extrem ambitionierte SSP1-1.9-Szenario würde laut der Studie die Erwärmung bis 2100 unter 1,7 °C halten. Doch das setzt voraus, dass Emissionen weltweit praktisch ab sofort und radikal reduziert werden.