Forschende des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg und der ETH Zürich haben in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ eine Methode vorgestellt, mit der sich der Beitrag verschiedener Einkommensgruppen zur globalen Erwärmung berechnen lässt.

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Wie unter anderem der ORF berichtet, gehen demnach 65 Prozent der Erwärmung seit 1990 auf die einkommensstärksten zehn Prozent der Weltbevölkerung zurück. Die obersten ein Prozent allein verursachten 20 Prozent des Anstiegs, das wohlhabendste Promille etwa acht Prozent. Die globale Durchschnittstemperatur lag im Jahr 2020 um 0,61 Grad Celsius höher als 1990.
Der Studie zufolge lebte ein großer Teil dieser Gruppen im untersuchten Zeitraum in den USA, der EU, Indien und China. Gleichzeitig seien viele Länder des globalen Südens stärker von den Folgen der Erderwärmung betroffen, obwohl sie im Vergleich deutlich weniger zu den Treibhausgasemissionen beitragen. Die Autorinnen und Autoren sprechen von einer „weithin bekannten Ursache-Wirkungs-Ungerechtigkeit“.
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Klimakrise: Reichste zehn Prozent verursacht Großteil der Erderwärmung
Die Forschenden zeigen zudem auf, wie sich die Emissionen auf die Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen wie Dürren oder Hitzeperioden auswirken. Laut den Berechnungen hätten sich die globalen Temperaturen bei einem Emissionsverhalten aller Menschen wie in der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung nur geringfügig verändert. Wären dagegen alle so emissionsintensiv wie das reichste Zehntel, hätte die Erwärmung 2,9 Grad betragen – beim obersten Prozent wären es 6,7 Grad, beim reichsten Promille 12,2 Grad Celsius.
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Die Studie weist auch auf regionale Auswirkungen hin. So führten die Emissionen der wohlhabendsten zehn Prozent in den USA und China laut Analyse zu einer zwei- bis dreifachen Zunahme extremer Hitzeperioden in besonders gefährdeten Regionen wie dem Amazonas oder dem Mittelmeerraum.
„Wohlhabende Treibhausgasemittenten spielen eine große Rolle für das Auftreten von Klimaextremen“, sagt Erstautorin Sarah Schöngart. Daraus ergebe sich ein klares Argument für eine Klimapolitik, die auf die Reduktion ihrer Emissionen ziele. Carl-Friedrich Schleussner, Leiter des IIASA-Klimaprogramms, betont, diese Ergebnisse sollten in der politischen Debatte berücksichtigt werden: Andernfalls werde ein zentraler Hebel zur Verringerung künftiger Klimarisiken vernachlässigt.
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