Dem veganen Ernährungsstil wurde in der Vergangenheit schon mehrfach unterstellt, den Körper nur mangelhaft mit Nährstoffen zu versorgen. Denn während Vegetarier zwar kein Fleisch oder Fisch, aber Eier und Milchprodukte zu sich nehmen, fallen diese Nährstoff- und Proteinquellen bei Veganern weg. Eine neuseeländische Wissenschaftlerin will nun in einer Studie belegt haben, dass vegane Ernährung tatsächlich einen Mangel mit sich bringen kann.

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Für den menschlichen Körper sind neun Aminosäuren essenziell. Der Mensch kann sie selbst nicht bilden, sie sind jedoch wichtig für viele Körperfunktionen. Bei Menschen, die sich vegan ernähren, zeigten Untersuchungen, dass diese nicht ausreichend mit den Aminosäuren Lysin und Leucin versorgt werden.
Vegan lebende Männer und Frauen führten detailliertes Ernährungs-Tagebuch
Zu diesem Ergebnis kommt die Forschergruppe um Bi Xue Patricia Soh von der Massey University in Palmerston North (Neuseeland). Das berichtet der „Tagesspiegel“ und bezieht sich auf eine im Fachjournal „Plos One“ veröffentlichte Studie. Untersucht worden waren neuseeländische Männer und Frauen, die sich ausschließlich vegan ernähren. Sie wurden für die Untersuchung aufgefordert, vier Tage lang ein detailliertes Tagebuch über ihre Ernährung zu führen.
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Dass Veganern wichtige Aminosäuren fehlen, liege daran, dass pflanzliche Lebensmittel grundsätzlich weniger dieser dringend notwendigen Stoffe enthalten. „Pflanzliche Proteine enthalten im Allgemeinen geringere Mengen an verdaulichen essenziellen Aminosäuren als tierische Proteine“, werden die Studienautoren zitiert. Die Forscher berücksichtigten nicht nur den Gehalt an bestimmten Aminosäuren in Lebensmitteln, sondern auch, wie gut diese verdaut werden können, heißt es weiter.
Eine ausreichende tägliche Proteinzufuhr bei veganer Ernährung garantiert nicht immer eine hohe Proteinqualität.
Studienautoren
193 solcher Tagebücher konnten die Wissenschaftler auswerten. Zusammen mit den Angaben zu den Testpersonen, darunter beispielsweise Größe und Gewicht, bildeten dieser Werte die Datengrundlage für die Untersuchung. Gleichzeitig betrachteten die Wissenschaftler, wie bestimmte Lebensmittel vom Körper verdaut werden. Daraus wurde erkennbar, welche und wie viel einer Aminosäure der Körper überhaupt aufnehmen kann.
Nur 75,6 Prozent der Teilnehmenden seien ausreichend mit Leucin und lediglich 66,3 Prozent mit genügend Lysin versorgt gewesen. Wenn die Verdaulichkeit der Eiweißquellen berücksichtigt wurde, sanken diese Werte deutlich ab: auf 56 Prozent bei Leucin und 43,5 Prozent beim Lysin. Auch die Aminosäure Valin war bei mehr als 20 Prozent der Untersuchten in zu geringer Dosis in der Nahrung vorhanden. Für sie lagen den Forschern jedoch keine Daten zur Verdaulichkeit vor.
Vegane Ernährung: Fehlen Leucin und Lysin kann dies zu Muskelabbau führen
Proteine, also Eiweiße, würden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer im Allgemeinen jedoch ausreichend zu sich nehmen. Männer mehr als Frauen. Laut der Forscher komme es jedoch auf die Qualität des Eiweißes an: „Eine ausreichende tägliche Proteinzufuhr bei veganer Ernährung garantiert nicht immer eine hohe Proteinqualität; die bloße Betrachtung der Gesamtproteinzufuhr ohne Berücksichtigung der Proteinqualität führt zu einer Überschätzung der Proteinversorgung von Veganern“, schreiben die Studienautoren.
Da Leucin und Lysin für den Aufbau von Muskeln wichtig sind, kann eine Unterversorgung zu Muskelschwund oder Muskelschwäche führen. Viele Veganer und Vegetarier wissen deshalb, dass die eigene Ernährung viele Hülsenfrüchte enthalten sollte. Kircherbsen, Bohnen oder Linsen liefern nämlich besonders viel Lysin und Leucin.





