Millionen Menschen leiden unter fiesem Nagelpilz. Besonders in den warmen Jahreszeiten fällt es auf. Nagelpilz sieht extrem unschön aus und kann auch Schmerzen verursachen, wenn durch den defekten Nagel die Gesundheit und die Funktion des Zehs eingeschränkt ist. Die Folge: Vielen Betroffenen fällt das Gehen schwerer.

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Im Interview erklären Corinna Dinse, Podologin und Mitglied des Bundesverbandes für Podologie e.V. sowie Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V., was man bei Nagelpilzen unbedingt beachten muss, welche Fehler die meisten Betroffenen machen und auf welche Fußbekleidung man unbedingt verzichten sollte.
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Um sich vor Nagelpilz zu schützen, möchten viele Betroffene „vorbeugen“ und waschen sich deshalb ein- bis zweimal täglich die Füße. Reicht das?
Corinna Dinse: Nein, das Wichtigste ist das Trocknen. Die Füße müssen absolut trocken sein. (In feuchtem Klima fühlen sich die Nagelpilze besonders wohl und breiten sich aus, Anm. d. Red.)
Nagelpilz: Expertin warnt vor Nagellack
Der richtige Umgang mit Handtüchern soll ja auch eine wichtige Rolle spielen. Braucht man für die Füße ein eigenes Handtuch? Und wie oft sollte man das wechseln?
Dinse: Eins für die Füße – aber pro Tag. Und bitte so hängen, dass andere Familienmitglieder da nicht mit in Berührung kommen. Und dann bitte ab in die Kochwäsche damit.
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Viele Betroffene lackieren die durch den Nagelpilz verfärbten und brüchigen Nägel einfach über. Ist das sinnvoll?
Dinse: Das ist nicht zu empfehlen. Es gibt zwar Speziallacke, auch welche, die atmungsaktiv sind. Aber trotzdem: Der Lack dichtet den Nagel im Grunde ab. Die Pilze und Sporen fühlen sich unter dem versiegelten Zustand richtig wohl. Zudem trocknet der Nagellackentferner den Nagel aus, auch das schadet der Pilzbekämpfung.
Die Füße sind das Eine, aber die Schuhe sind ja durchs Laufen warm und verschwitzt. Sollte man die Schuhe also erstmal an der frischen Luft „ausdünsten“ lassen, bevor man sie wegräumt?
Dinse: Genau, die Schuhe sollten übrigens erst mit Anti-Pilzspray eingesprüht werden. Und vor allem richtig auslüften. Am besten Jogging- oder Tennisschuhe zum Trocknen in die Sonne stellen. Übrigens: Weiße Frotteesocken in Sandalen sind zwar verpönt, aber zur Fußpilzbekämpfung sind sie super geeignet, weil sich die Socken kochen lassen. Das tötet die restlichen Pilze ab.
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Schuhe gegen Nagelpilz: Ein Material sticht heraus
Bleiben wir beim Thema Schuhe. Frau Schulz, welcher Schuh ist bei Nagelpilz am besten geeignet?
Claudia Schulz: Leder ist in jedem Fall ein Material mit einer ganzen Reihe besonderer, vor allem natürlicher Eigenschaften. Und bietet damit viele Vorteile gegenüber anderen Materialien, auch gegenüber Textilien und erst recht gegenüber Kunststoff- oder Plastikschuhen.
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Welche Vorteile sind das?
Schulz: Leder ist atmungsaktiv, wärmeisolierend, feuchtigkeitsspeichernd, dehnfähig, reißfest und scheuerfest. Das Nonplusultra aller positiven Eigenschaften und Vorteile von Leder und das, was es für die Schuhherstellung so interessant macht, ist die Fähigkeit des Leders, auf ganz natürliche Art relativ viel Feuchtigkeit aufnehmen und ebenso wieder abgeben zu können. Das hat im Vergleich zu dem Leder kein anderes Material in vergleichbarem Ausmaß zu bieten.
Der Vorteil des Leders ist, dass so lange der Schuh getragen wird, die Fußfeuchte absorbiert wird. Dazu benötigt Leder aber nach einem Tag Tragen eine Pause von 24 Stunden, um die gespeicherte Feuchtigkeit ganz abzugeben. Sonst werden auch Lederschuhe zu Feuchtekammern, in denen Pilze gut gedeihen können.

Gerade im Sommer sind Textilschuhe jedoch sehr beliebt. Gibt es Unterschiede in der Qualität der entsprechenden Stoffe?
Schulz: Auf jeden Fall. Bei Schuhen aus textilen Materialien sollte man darauf achten, dass die Schuhe entweder aus Baumwolle sind, oder aus sogenannten Hightech-Materialien, die Feuchtigkeit absorbieren können. Wichtig ist auch eine gute Innensohle. Hier haben sich zum Beispiel Sohlen aus Frottee bewährt. Frottee kann auch als Futter zum Einsatz kommen – ideal im Sommer bei geschlossenen Schuhen. Ebenfalls sehr gut: Schuhe aus Merino-Wolle.
Schuhe im Sommer: Nagelpilz-Schutz nicht immer gegeben
Mittlerweile kann man vielerorts Schuhe aus sogenannten atmungsaktiven Stoffen kaufen. Wie wirkt sich das auf den Nagelpilz aus?
Schulz: Hier kommt es tatsächlich auf die Wahl der richtigen Materialien an. Synthetics sind wenig atmungsaktiv. Man schwitzt schnell, was ein ungünstiges, Keim-förderndes Fußklima begünstigt. Natürliche Materialien wie Merinowolle oder Eukalyptusfaser sind hingegen bestens geeignet für luftdurchlässige Schuhe.
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Was macht solche Materialien so besonders?
Schulz: Das Fell von Merinoschafen wird bis zu zweimal jährlich geschoren und besteht aus leichten, dünnen Haaren. Die Luftkammern in der Naturfaser sorgen für einen optimalen Temperaturausgleich. Außerdem ist Merino, ähnlich wie die Eukalyptusfaser, ein sehr guter Feuchtigkeitsmanager. Sie kann bis zu 33 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und langsam nach außen abtransportieren. Die warme Sommerluft sorgt dafür, dass die aufgenommene Feuchtigkeit verdunstet und ein angenehm kühles Gefühl auf der Haut entsteht.











