• Der April bringt einen Schwung Änderungen für Verbraucher
  • Unter anderem beim Elterngeld und Reisen
  • Frauen profitieren von einer Änderung im April besonders

Digitalisierung statt Papierkram: Viele Menschen in Deutschland wünschen sich weniger Formulare, kürzere Behördengänge, mehr Fortschritt. Tatsächlich tut sich im April einiges: beim Elterngeld, dem digitalen Fahrzeugsschein der elektronischen Patientenakte. Der April bringt spürbare Veränderungen mit sich – vor allem für Eltern, Autofahrer und Reisende. Ein Überblick.

Elterngeld: Neue Einkommensgrenze

Den Auftakt macht eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen für manche Eltern: Das Elterngeld wird künftig nur noch an Alleinerziehende und Paare gezahlt, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 175.000 Euro liegt. Die neue Grenze gilt für Kinder, die ab dem 1. April 2025 geboren werden – und soll laut Bundesregierung zur Konsolidierung des Haushalts beitragen.

Der digitale Fahrzeugschein kommt – im Testbetrieb

Während beim Elterngeld gekürzt wird, tut sich in Sachen Digitalisierung im Alltag endlich etwas: Im April startet ein Testlauf für den digitalen Fahrzeugschein. Bisher muss das kleine grüne Dokument bei jeder Kontrolle im Original vorgelegt werden – eine Kopie reicht nicht. Künftig könnte das Smartphone genügen: Das Kraftfahrt-Bundesamt und die Bundesdruckerei haben gemeinsam eine App entwickelt, mit der der Fahrzeugschein digital gespeichert und vorgezeigt werden kann.

Der Pilotversuch soll zeigen, ob sich die digitale Variante im Alltag bewährt – und könnte der Einstieg in einen komplett digitalen Fahrzeugbrief und Führerschein sein. Langfristiges Ziel ist es, die Papierversionen abzulösen.

Auch interessant: Frist endet: Welche Führerscheine im Januar 2025 ablaufen

Fahrzeugschein und Führerschein
Er ist klein, grün – und vielleicht bald überflüssig: der klassische Fahrzeugschein. Ab April startet der Testlauf für die digitale Version. © dpa-tmn | Inga Kjer

Führerscheinprüfung: Neue Fragen, neue Anforderungen

Um beim Auto zu bleiben: Auch in der Fahrausbildung tut sich was. Wer ab dem 1. April zur Theorieprüfung antritt, muss sich auf einen aktualisierten Fragenkatalog einstellen. Insgesamt 64 neue oder überarbeitete Fragen wurden eingeführt – darunter Inhalte zu modernen Fahrerassistenzsystemen, geänderten Verkehrsregeln oder neue Multiple-Choice-Fragen mit Bildmaterial.

Die Änderungen betreffen alle Führerscheinklassen:

  • 23 neue Fragen im Bereich Grundwissen für alle Klassen
  • 15 neue Fragen für Klasse B (Pkw)
  • 9 für Klasse A (Motorrad)
  • 23 für Klasse C (Lkw)
  • 11 für Klasse D (Bus)

Zweimal im Jahr, im April und im Oktober, wird der Fragenkatalog für die theoretische Fahrerlaubnisprüfung in Deutschland aktualisiert. Dies ist laut TÜV notwendig, um ihn an neue Verkehrsgesetze, technische Entwicklungen und Sicherheitsaspekte anzupassen. Der aktualisierte Fragenkatalog steht bereits im März in der Fahrschul-App zur Verfügung.

Die neuen Fragen könnten die theoretische Fahrprüfung noch anspruchsvoller machen – 2024 fiel nach Angaben des TÜV-Verbands fast jeder Zweite beim ersten Versuch durch.
Die neuen Fragen könnten die theoretische Fahrprüfung noch anspruchsvoller machen – 2024 fiel nach Angaben des TÜV-Verbands fast jeder Zweite beim ersten Versuch durch.© picture alliance / Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa | Bernd Wüstneck

Elektronische Patientenakte: Kommt jetzt der bundesweite Rollout?

Der nächste Digitalisierungsschub könnte aus dem Gesundheitswesen kommen. Seit Januar wird die elektronische Patientenakte (ePA) in drei Modellregionen getestet – mit rund 300 teilnehmenden Arztpraxen. Im März prüft die Digitalagentur Gematik, ob das System stabil genug für den bundesweiten Start ist. Fällt die Entscheidung positiv aus, soll die ePA ab April bundesweit eingeführt werden.

Die ePA soll künftig alle medizinischen Dokumente – vom Röntgenbild bis zum Laborbefund – bündeln und den Austausch zwischen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken erleichtern. Vorgesehen ist: Alle gesetzlich Versicherten erhalten automatisch eine ePA – es sei denn, sie widersprechen aktiv.

Mehr dazu: Ab 2025: So funktioniert die elektronische Patientenakte

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Vorsorge regeln: Hier bekommen Sie guten Rat

Mit der Vorsorgemappe des DIA treffen Sie alle wichtigen Regelungen für den Ernstfall. Welche Dokumente Sie brauchen und warum Vorsorge so wichtig ist, erfahren Sie hier.

  • Musterformulare
  • Checklisten
  • Anleitungen

Reisen nach Großbritannien: Ab April 2025 mit digitaler Einreisegenehmigung

Auch der Blick über die Grenze zeigt: Es wird digitaler – und ein bisschen komplizierter. Wer ab dem 2. April 2025 nach Großbritannien reisen will, braucht laut britischem Innenministerium eine elektronische Reisegenehmigung, die sogenannte ETA (Electronic Travel Authorisation). Sie kostet 10 Pfund (rund 12 Euro), ist zwei Jahre gültig und berechtigt zu mehreren Aufenthalten von jeweils bis zu sechs Monaten.

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Die ETA ist Pflicht für Reisende aus visumsfreien Ländern – dazu gehören alle EU-Staaten und die Schweiz. Die Beantragung erfolgt digital über eine App des britischen Innenministeriums. Abgefragt werden unter anderem sicherheitsrelevante Informationen wie Vorstrafen.

Darmkrebs-Vorsorge früher für Frauen

Frauen haben ab April früher Anspruch auf eine Darmkrebs-Vorsorge, eine sogenannte Früherkennungskoloskopie. Im Mindestabstand von zehn Jahren sind ab 50 Jahren zwei Darmspiegelungen zur Früherkennung möglich. Für Männer war die Altersgrenze früher herabgesetzt worden, weil sie ein höheres Darmkrebsrisiko haben. Wer sich keiner Darmspiegelung unterziehen möchte, kann alle zwei Jahre einen Stuhltest machen. 

dpa/ew