Nach der Schockstarre des Jahres 2023 trauten sich 2024 wieder deutlich mehr Menschen an den Kauf oder Bau einer Immobilie heran. Nach Zahlen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft wechselten im Jahr 2024 rund ein Viertel mehr Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser den Besitzer als im Jahr 2023. Angesichts stark steigender Mieten und etwas günstigerer Preise dürfte sich dieser Trend auch 2025 fortsetzen.
Hohe Kaufpreise und Eigenkapital bleiben Herausforderungen
Zwar sind die Immobilienpreise seit den Rekordständen im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen. Gerade in den Metropolen sind Wohnungen und Häuser aber immer noch gut 75 Prozent teurer als vor zehn Jahren. Mindestens die Nebenkosten auf diese hohen Kaufpreise und bis zu 20 Prozent des Immobilienwerts verlangen die Banken allerdings als Eigenkapital für eine solide Finanzierung.
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Welche hohen Summen da zusammenkommen, zeigt das folgende Beispiel:
- Wer 400.000 Euro für die eigenen vier Wände ausgeben muss, benötigt nach Erfahrungen des Geldratgebers Finanztip etwa 40.000 Euro für Grunderwerbsteuer, Makler und Notar.
- Dazu kommen mindestens noch mal mindestens 40.000 Euro für eine halbwegs solide Finanzierung des Kaufpreises.
Gerade für Familien mit Kindern ist das eine immense Herausforderung.
Finanztip hat deshalb fünf Tipps zusammengetragen, mit denen Eltern ihre erwachsenen Kinder auf dem Weg in die eigenen vier Wände unterstützen können.
1. Bargeld als Eigenkapitalspritze
Der gängigste Weg, wie Eltern ihren Kindern und Enkeln in die eigenen vier Wände verhelfen können, ist es, Geld zu schenken. Häufig erleichtert bereits ein Betrag von 10.000 Euro die Finanzierung, denn sowohl die Kreditsumme als auch der individuelle Bauzins und die monatliche Rate sinken damit.

Gerade bei größeren Summen sollten Eltern aber überlegen, den Betrag nicht einfach zu überweisen, sondern die Schenkung notariell zu beurkunden. Sollte es später einmal zum Streit zwischen den jüngeren Leuten oder den Generationen kommen, lässt sich die Schenkung so einfach nachweisen.
2. Grundstück schenken
Häufig ebnet ein Baugrundstück der Eltern für die Kinder den Weg in die eigenen vier Wände. Gerade auf dem Land waren Grundstücke in früheren Jahrzehnten sehr großzügig geschnitten. Oft verbleibt noch genügend Raum für ein weiteres Haus. Die jungen Bauleute sparen sich so nicht nur den Kaufpreis für das Grundstück, sondern auch die Grunderwerbssteuer. Aufbringen und finanzieren müssen sie dann nur noch den Kauf oder Bau des Gebäudes.
3. Grundschuld nutzen
Nicht immer müssen Eltern gleich eigenes Vermögen übertragen, um den Bau oder Kauf einer Immobilie zu unterstützen. Wohnen die Eltern selbst im Eigenheim, können sie helfen, die Finanzierungskosten zu drücken. Dies geht, indem sie eine Grundschuld auf das eigene Haus eintragen oder eine bestehende Grundschuld nutzen.
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Die Bank hat dann nicht nur das Haus oder die Wohnung der Kinder als Sicherheit, sondern zusätzlich die Immobilie der Eltern. Dadurch sinkt der Beleihungswert, also das Verhältnis von Kreditsumme zum Immobilienwert. Bemerkbar macht sich die zusätzliche Besicherung vor allem beim Zinssatz, den die jungen Bauleute zahlen müssen. Bei niedriger Beleihung kann der Zins schon mal um 0,5 Prozentpunkte geringer ausfallen als bei einer hohen.

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Je 100.000 Euro Kredit sparen sich die Kinder auf diese Weise 500 Euro Zinsen pro Jahr. Je nach Kredithöhe und Zinsbindung kommen so schnell einige Tausend Euro zusammen, die die Kinder nicht zahlen müssen. Sobald die Kinder die Restschuld Ihres Kredits hinreichend getilgt haben, gibt die Bank die zusätzliche Sicherheit wieder frei.

4. Selbst mit anfassen
Unterstützen können Eltern ihre Kinder bei deren Weg ins Eigenheim auch mit ihrer Zeit und Arbeitskraft. Wenn Eltern oder Schwiegereltern die passenden Berufe haben, sparen sich die jungen Leute so vielleicht den Fliesenleger oder die Architektin.
5. Betreuung der Enkel übernehmen
Ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu sanieren, ist arbeitsintensiv und kostet Zeit. Eltern und Schwiegereltern können die Bauleute enorm entlasten, wenn sie die Kinderbetreuung übernehmen. Mit Oma oder Opa Zeit auf dem Spielplatz zu verbringen, ist für die Jüngsten meistens spannender als ein Besuch im Küchenstudio mit den Eltern.
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Extratipp: Unterstützung selbst ansprechen
Eltern sollten nicht erwarten, dass ihre erwachsenen Kinder das Thema Immobilie selbst ansprechen. Geldfragen regeln viele Menschen am liebsten im ganz kleinen Kreis, manchmal nur mit sich selbst. Finanztip rät Eltern mit erwachsenen Kindern deshalb, eine mögliche Unterstützung beim Eigenheim behutsam selbst ins Gespräch zu bringen.
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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber ist Teil der gemeinnützigen Finanztip Stiftung.






