- Ab 1. Mai streicht die Commerzbank das kostenlose Girokonto für etliche Kunden
- Eine Alternative für Betroffene kann das Girokonto der Commerzbank-Tochter comdirect sein
- Ein Experte vermutet, dass nicht nur die Einnahmen ein Beweggrund für diese Maßnahme sind
Ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr? Das wird immer seltener. Einige Banken drehen an der Gebührenschraube und passen ihre Gebühren an. Ein Beispiel: Die ING hat im Dezember ihre Konditionen geändert. Statt 700 Euro müssen Kunden nun monatlich mindestens 1000 Euro auf ihr Konto einzahlen, um es weiterhin ohne feste Gebühr nutzen zu können.

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Zum 1. Mai zieht auch die Commerzbank nach und passt die Gebühren für das Konto an. Auch hier reicht ein Geldeingang von 700 Euro pro Monat nicht mehr aus, um das Girokonto kostenlos führen zu können. Doch im Gegensatz zur ING setzt die Commerzbank die Hürden für eine weiterhin kostenlose Kontoführung höher. Was für Gebühren ab Mai gelten, welche Kunden betroffen sind und für Alternativen es gibt, lesen Sie hier.
Girokonto der Commerzbank: Diese Gebühren gelten aktuell noch
Bis 1. Mai ist das Girokonto der Commerzbank* kostenlos, wenn pro Monat mindestens 700 Euro eingehen. Andernfalls werden pro Monat 9,90 Euro Kontogebühr fällig. Zudem muss das Girokonto digital (beleglos) und privat geführt werden, um die Kontogebühr zu umgehen. Davon nicht betroffen sind separate Gebühren wie für Schecks oder Bargeldaus- und Bargeldeinzahlung am Schalter. Eine Kreditkarte der Commerzbank ist im Klassikkonto nicht inbegriffen.
Gebühren ab Mai: So viel soll das Girokonto der Commerzbank kosten
Ab 1. Mai fällt die 700-Euro-Grenze weg. Ein Girokonto der Commerzbank ist dann nur noch bei Vermögenswerten ab 50.000 Euro ohne Kontoführungsgebühr nutzbar. Darunter fallen das Kontoguthaben, Vermögenswerte im Fest- und Tagesgeld und im Depot der Commerzbank*. Wer nicht über so viel Geld verfügt, muss künftig 4,90 Euro pro Monat an Kontogebühr zahlen. Warum kommt es zur Preiserhöhung? Um Profitabilität und Servicestandards zu erhalten, müsse für das Konto ein Preis eingeführt werden, so eine Commerzbank-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.
Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt sieht hier eine Möglichkeit, Girokunden auszusortieren und auf der anderen Seite seine Dienstleistung gut bezahlt zu bekommen. Das passiere entweder durch Entgelte oder wie auch bei der ING mit Cross-Selling mit anderen Produkten. „Der Kunde, den man nicht haben will, zahlt und der andere wird sogar mit Bonuszahlungen angelockt.“
Kontoführungsgebühr ausgewählter Banken im Vergleich:
| Bank | Kontoführungsgebühr je Monat |
|---|---|
| Commerzbank | 4,90 Euro (ab 1. Mai) |
| DKB | 4,50 Euro |
| ING | 4,90 Euro |
| Deutsche Bank | 6,90 Euro |
ING und DKB bieten das Girokonto ab einem bestimmten Geldeingang kostenlos an. Berücksichtigt wurden in der Tabelle immer die Kontoentgelte für das Standardkonto. Zum Teil bieten die Banken weitere Kontomodelle an. Datenstand ist der 19. Februar.
Neue Gebühren der Commerzbank: Wer profitiert von Ausnahmen?
Neben Kundinnen und Kunden mit Vermögenswerten ab 50.000 Euro sollen auch Schüler und Studierende von der neuen Gebühr ausgenommen werden. Gegenüber unserer Redaktion sicherte uns die Commerzbank auch noch einmal zu, dass das Startkonto für alle Kinder und Jugendlichen* bis zum 28. Lebensjahr auch weiterhin kostenlos verfügbar sei. Andere Banken handhaben es ähnlich: Das Girokonto der ING* ist für Kontoinhaber unter 28 Jahren generell kostenlos.
Auch die DKB berechnet für das Girokonto bis zum 29. Lebensjahr keine Kontogebühr. Und auch viele Genossenschaftsbanken und Sparkassen bieten für junge Erwachsene ein kostenloses Girokonto oder eines zu besonders günstigen Konditionen an. In einigen Girokonto für Auszubildende und Studenten sind sogar Kreditkarten verfügbar. Wichtig bei der Commerzbank: Es gibt nicht nur ein Girokontomodell, das Startkonto muss separat eröffnet werden.
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Alternativen zum Girokonto: Commerzbank-Tochter ist eine Option
Am Markt gibt es noch einige Banken, die ein kostenloses Girokonto anbieten. Hierzu zählt das Girokonto der comdirect, für das es aktuell ebenfalls 50 Euro Startguthaben für Neukunden gibt. Die comdirect ist eine Tochter der Commerzbank, bietet im Gegensatz zum Mutterkonzern aber kein Filialnetzwerk an. Einzige Voraussetzung für die kostenlose Kontoführung ist eine aktive Nutzung – dafür reichen schon drei Zahlungen pro Monat via Apple- oder Google-Pay aus.
Auch wer mindestens 700 Euro Geldeingang pro Monat hat, einmal monatlich einen Wertpapiersparplan ausführt oder unter 28 Jahre alt ist, kann das Girokonto aktiv der comdirect* ohne Kontoführungsgebühr nutzen. Eine Alternative zur Commerzbank für Kunden, die eine persönliche Beratung vor Ort wünschen, kann das Bestgiro der Santander* sein. Die Besonderheit hier: Das Konto ist bedingungslos kostenlos. Es müssen also keine Voraussetzungen für die kostenfreie Kontoführung erfüllt werden.

Aus Sicht von Herbst werden Girokonten ohne Kontogebühr aber immer weniger und es gebe keine Garantie, dass die kostenlose Kontoführung irgendwann an einen Mindestgehaltseingang oder dergleichen gekoppelt werde. Wer aktuell nach einem Null-Euro-Girokonto sucht, kann über die Vergleichsseite der BaFin recherchieren. Auch der Girokonto-Vergleich der FMH-Finanzberatung kann bei der Suche helfen. Eine gute Adresse sind auch die Stiftung Warentest oder der Finanzratgeber Finanztip.
Kostenloses Girokonto: Zwei Banken kann auch Finanztip empfehlen
Auch die C24 Bank bietet über das Girokonto smart* eine bedingungslos kostenlose Kontoführung an. Jedoch bietet die Check24-Bank keine Vor-Ort-Beratung an. Dafür gibt es aber aktuell aber 1,50 Prozent Zinsen für das Guthaben und eine Girokarte (EC-Karte) sowie ein Cashback über die Mastercard (Debit) ist inbegriffen. Sowohl das Girokonto der Santander als auch das der Check24-Bank werden vom Finanzratgeber Finanztip empfohlen.
Die Santander bietet optional auch eine Kreditkarte zum Konto an. Kundinnen und Kunden mit einem Girokonto profitieren dabei von einer vergünstigten Jahresgebühr. Die Bestcard Basic der Santander* gibt es komplett ohne Jahresgebühr. Wer mindestens 700 Geldeingang im Monat nachweisen kann, hat noch mehr Auswahl. Neben der Deutschen Kreditbank (DKB) und der ING bieten noch weitere Banken eine an das Einkommen gebundene kostenlose Kontoführung an.
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Geldeingang für das kostenlose Girokonto: Experte mit klarer Einordnung
Zu der Zahl der Kundinnen und Kunden, die ab Mai von der neuen Kontogebühr betroffen sind, wollte sich die Commerzbank nicht äußern. Jeder Kunde wird aber schriftlich informiert und kann mit einer Frist von zwei Monaten sein Girokonto kündigen. Da es sich bei 50.000 Euro um einen hohen Vermögenswert handelt, werden aber voraussichtlich nicht wenige Kunden betroffen sein. Die gute Nachricht ist: Bei einigen Banken ist die Kontoführung aktuell weiterhin kostenlos.
Herbst sieht auch keinen Trend zum gebührenpflichtigen Girokonto. „Aber die Banken überlegen schon sehr genau, welche Kunden sie als Kunden haben wollen. Kunden, die nur ein Girokonto von vielen haben wollen, sind für die Bank uninteressant.“ Für Banken sei der Geldeingang ein Mittel, um Geld zu verdienen. Das sei schon bei kleinen Einlagesummen wie 700 oder 1000 Euro pro Monat möglich – etwa über die Geldanlage oder die Zinsen bei der Kontoüberziehung.
„Die Commerzbank macht es noch eindeutiger mit einem Anlagebetrag von 50.000 Euro. Egal wo dieser Betrag liegt, man verdient immer etwas Geld.“
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