Dass Bäume im Wald unterirdisch über Pilze miteinander kommunizieren, ist eine weit verbreitete Theorie in der Wissenschaft. Einige amerikanische und deutsche Wissenschaftler haben diesen Ansatz allerdings als „Vermenschlichung“ kritisiert, mit der den Bäumen kein Gefallen getan werde. Außerdem gebe es dafür kaum Belege.
Peter Wohlleben widerspricht. Der vermutlich bekannteste Förster Deutschlands erklärt im Interview, warum er davon überzeugt ist, dass Bäume miteinander kommunizieren, warum er in seinem neuen Buch aus der Perspektive einer Buche berichtet und sich nicht wegen der Vermenschlichung sorgt.
Herr Wohlleben, Sie haben Forstwirtschaft studiert und auch schon viele Bücher geschrieben. Sehen Sie sich mehr als Wissenschaftler oder Autor?
Peter Wohlleben: Eigentlich sehe ich mich als Naturschützer. Das ist das, was ich als Kind werden wollte und warum ich Forstwirtschaft studiert habe. Meine Bücher sind schriftliche Waldführungen. Und in meinen Büchern geht es darum, mehr Empathie für Bäume zu wecken, damit aus eigenem Antrieb Umweltschutz betrieben wird. Die Fakten dazu liegen alle auf dem Tisch, aber trotzdem wehren sich viele, auch aus der Politik.


