Der Weg von der Dating-App bis zur glücklichen Beziehung ist oft lang und schmerzhaft. Glaubt man der Unternehmerin Bianca Praetorius, führt er besonders für emanzipierte Frauen oft in eine Sackgasse. Der Grund: Viele Männer fühlen sich von ihnen eingeschüchtert und bedroht. Mit ihrer Dating-App Cherrish will Praetorius schon vor dem ersten enttäuschenden Date ansetzen und nutzt dafür einen radikalen Prozess: Ohne weibliche Empfehlung kommen Männer nicht rein.
Die sogenannten Wing Women bürgen dabei für ledige Freunde, Bekannte und Kollegen, die sie für besonders gute Beziehungspartner halten. Warum in dieser Dating-App auch Single-Frauen mehr Zeit investieren müssen und welchen Rat Praetorius kritischen Männern gibt, erklärt sie im Gespräch.
Welche schreckliche Dating-Story hat Sie zu dem Punkt gebracht, an dem Sie dachten: Ich gründe jetzt meine eigene Dating-App?
Bianca Praetorius: Ich war selber lange Single und habe meinen Mann mit Mitte 30 kennengelernt. Die App spiegelt zwar nicht direkt meine eigene Geschichte wider, aber ich kenne den Schmerz gut. Es gab damals diesen Moment, in dem ich dachte: Ist das der Preis dafür, dass ich mein Leben frei gestaltet habe? Als Single-Frau ist es schwer zu sagen: Ich finde keinen Mann, weil ich einschüchternd wirke. Das macht verletzbar, immerhin könnte jemand antworten: Nein, du bist einfach nervig.


