Viele Väter haben heute den großen Wunsch, sich gleichberechtigt an der Sorge- und Erziehungsarbeit zu beteiligen. Gleichzeitig wollen sie im Job nicht kürzertreten – zum einen mit Blick auf die Zukunft und die eigene Karriere, zum anderen oft auch aus finanziellen Gründen. Das führt zu Überforderung.
Die Soziologin und Väterforscherin Kim Bräuer, Professorin für Soziale Arbeit an der Dualen Hochschule Schleswig-Holstein, hat sich in einer Studie genauer mit dem aktuellen Vaterbild befasst. Demnach leistet noch immer nur jeder zehnte Vater in Deutschland in der Familie die Hauptarbeit bei Erziehung und Kinderbetreuung. Dennoch, so bestätigt Bräuer, ist die Idee der aktiven Vaterschaft in breiten Teilen der Gesellschaft angekommen. Sie sagt aber auch: „Fast alle von uns befragten Väter glauben, dass sie den eigenen Vorstellungen des Vaterseins nicht gerecht werden.“
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So geht es auch Sven (Name geändert). Der 32-Jährige ist Vater von zwei Töchtern (zwei Jahre und neun Monate). Vor einigen Wochen begann er außerdem nach einer Beförderung eine neue Stelle. „Endlich“, wie er sagt. So sehr er sich auf die neue Aufgabe gefreut hatte, so heftig bringt sie ihn an seine Grenzen: „Irgendwann mussten meine Frau und ich uns entscheiden: meine Arbeit oder die Gleichberechtigung.“ Im Interview erzählt er, wie es ist, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.




