Ich liege im Bett und halte mir die Ohren zu. Tränen laufen unkontrolliert und lautlos über mein Gesicht. Ich versuche, die Worte nicht durchdringen zu lassen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass Widerspruch nur zu heftigeren Wutausbrüchen führt. Ich habe also zwei Möglichkeiten: schweigen und aushalten, oder flüchten. Allerdings – es ist mitten in der Nacht. Wohin also?

Der, der mich da anschreit, ist mein Ehemann. Worum es genau geht, weiß ich nicht mehr. Vermutlich habe ich die Wohnung mal wieder nicht gründlich genug geputzt, die Wäsche nicht korrekt aufgehängt, einen Mann gegrüßt oder sonst irgendwo irgendwas falsch gemacht. In seinen Augen zumindest. Jetzt liege ich hier und lasse mir Dinge sagen, die schwer zitierfähig sind.

Narzisstische Beziehung: „Abhängig wie von einer Droge“