Der durchschnittliche Neuwagenpreis von gut 8500 Euro in den 80er-Jahren wirkt heute wie ein echtes Schnäppchen. Denn seit dieser Zeit sind die Preise deutlich nach oben geklettert, wie die Statistiken von Statista und dem ADAC zeigen: In den 90er-Jahren kostete ein Neuwagen durchschnittlich über 15.000 Euro, 2002 überschritt der Preis die 20.000-Euro-Marke. Seit 2023 liegt der Durchschnittspreis für einen Neuwagen nun bei über 44.000 Euro.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Um eine Finanzierung kommen viele Verbraucher damit nicht herum. Speziell bei traditionellen Autokrediten lohnt sich dabei immer ein Vergleich der verfügbaren Anbieter. Vor allem die Direktbanken bieten öfter etwas bessere Konditionen als Hausbanken und Autohäuser. Doch bei wem erhalten die Verbraucher das meiste Geld für Autokredite? Dieser Frage ist das Vergleichsportal Verivox nachgegangen.
Verivox-Studie zeigt, wo Autokredite am höchsten sind
Die Studie „Autokredit-Atlas“ basiert auf rund 56.000 Autokredit-Anfragen, die das Vergleichsportal anonym ausgewertet hat. Dabei führt Berlin das Ranking an: Hier ist die durchschnittliche Kreditsumme für Autofinanzierungen mit 20.927 Euro am höchsten. Knapp dahinter liegt Hamburg, wo im Schnitt 20.732 Euro über einen Autokredit aufgenommen werden.
Die Auto-Hochburgen Baden-Württemberg (20.509 Euro) und Bayern (20.222 Euro) landen im Ranking ebenfalls weit oben. Alle vier Länder liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 19.567 Euro. Auffällig ist, dass genau diese Länder auch die Einkommensstatistik anführen.
| Bundesland | ⌀ Darlehenssumme |
|---|---|
| Berlin | 20.927 Euro |
| Hamburg | 20.732 Euro |
| Baden-Württemberg | 20.509 Euro |
| Bayern | 20.222 Euro |
Autokredit-Studie zeigt deutlich Bezug zum Einkommen
Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier erklärt: „Wer mehr Geld verdient, kann sich auch höhere Kredite leisten. Daher gibt es in den einkommensstarken Bundesländern auch die höchsten Kreditsummen für Autofinanzierungen.“ Insgesamt ist der Bedarf an Kfz-Finanzierungen in den letzten zwei Jahren um 14 Prozent gestiegen.
Und das trotz immer höherer Auto- und Unterhaltungskosten. Seit 2021 hat sich der durchschnittliche Preis für einen Liter Superbenzin stabil über der 1,60-Euro-Marke eingependelt. Benzinpreise von knapp über 1,20 Euro pro Liter wie 2020 trifft man kaum noch an einer Zapfsäule an.
Wo die Autokredite in Deutschland am niedrigsten sind
„Der gestiegene Kreditbedarf trotz höherer Zinsen bei gleichzeitig moderat gestiegenen Autopreisen zeigt, dass Mobilität für viele Verbraucherinnen und Verbraucher unverzichtbar ist“, erklärt Maier. Immer mehr Menschen seien jedoch auf höhere Finanzierungssummen angewiesen, da größere Ausgaben kaum mehr aus eigener Tasche zu stemmen seien.
Deutlich wird der Zusammenhang zwischen verfügbarem Einkommen und Finanzierungssummen auch am unteren Ende im Verivox-Ranking. Vor allem in den östlichen Bundesländern, wo auch das mittlere Einkommen unter dem Durchschnitt liegt, sind die Darlehenssummen für Autos am niedrigsten.
| Bundesland | ⌀ Darlehenssumme |
|---|---|
| Sachsen | 18.060 Euro |
| Mecklenburg-Vorpommern | 18.088 Euro |
| Thüringen | 18.334 Euro |
Der Tipp der Vergleichsexperten: Wer Angebote vergleicht und den Autokredit zu günstigen Konditionen abschließt, kann mit dem verfügbaren Budget ein deutlich höherwertiges Fahrzeug finanzieren. Wie groß die Unterschiede teils sind, zeigt unser Zinsrechner für Autokredite deutlich. Während die Postbank für einen Autokredit* durchschnittlich zwischen 3,25 und 11,51 Prozent ansetzt, gibt es bei der ING einen Autokredit* zwischen 3,59 und 9,89 Prozent.
Neben Banken sollten Verbraucher auch Finanzdienstleister in den Vergleich mit einbeziehen. Ein Autokredit direkt über Verivox* ist etwa schon ab 0,68 Prozent möglich. Je nach Darlehenshöhe, Laufzeit, Bonität und weiteren Faktoren kann der individuelle Zinssatz höher oder niedriger ausfallen. Daher sollten sich Kreditinteressierte vor der Entscheidung möglichst viele Kreditangebote einholen. Neben Verivox ist ein Kreditvergleich auch über Check24, Finanzcheck oder Smava* möglich.

Nachfrage nach Autokrediten: In diesem Bundesland ist sie am höchsten
Neben der durchschnittlichen Darlehenssumme hat Verivox im Autokredit-Atlas untersucht, wo die Menschen besonders oft und wo besonders selten Autokredite aufnehmen. Die Ergebnisse sind wenig überraschend: In großen Metropolen wie Hamburg oder Berlin ist die Nachfrage nach einem Autokredit am niedrigsten. Gemessen an der Einwohnerzahl nehmen die Berliner 34 Prozent seltener einen Autokredit in Anspruch als der Bundesdurchschnitt (BD).
In Stadtstaaten wie Bremen (14 Prozent unter Bundesdurchschnitt) und Hamburg (9 Prozent unter BD) liegt die Nachfrage nach Autokrediten deutlich unter dem Durchschnitt. Am höchsten ist sie im Saarland, wo die Menschen gemessen an der Einwohnerzahl etwa 20 Prozent häufiger Geld für den Autokauf leihen als im Bundesdurchschnitt. Maier erklärt: „In dicht besiedelten Ballungsräumen mit gut ausgebautem öffentlichem Verkehr ist ein eigenes Fahrzeug oft nicht unbedingt erforderlich.“
Autokredit-Studie zeigt die großen Probleme – ein Fazit
Der Autokredit-Atlas zeigt klar, dass ein eigenes Auto für viele Menschen trotz gestiegener Fahrzeug- und Unterhaltskosten notwendig bleibt. Im ländlichen Raum ist der öffentliche Nahverkehr oft unzureichend ausgebaut, was das Auto unverzichtbar macht. Diese Entwicklung wirft angesichts der Klimakrise Fragen auf, zumal E-Autos wegen hoher Anschaffungskosten und mangelnder Ladeinfrastruktur nicht für alle eine Alternative sind.
*Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Die verlinkten Angebote stammen nicht vom Verlag. Wenn Sie auf einen Affiliate-Link klicken und über diesen einkaufen, erhalten wir vom entsprechenden Anbieter eine Provision. Die Auswahl der Produkte wird davon nicht beeinflusst, die Redaktion arbeitet zu 100 Prozent unabhängig. Für Sie als Nutzerinnen und Nutzer verändert sich der Preis nicht, es entstehen Ihnen hierdurch keine zusätzlichen Kosten. Die Einnahmen tragen dazu bei, Ihnen hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenfrei anbieten zu können.





