Bereits ab Mitte 20 beginnt die Haut zu altern. Oft sind die ersten Anzeichen davon ab Anfang 30 sichtbar: Die ersten Falten können sich auf der Stirn und um die Augen bilden, die Lippen können dünner werden und das Gesicht an Volumen verlieren. Die Hautalterung ist ein natürlicher Prozess. Doch nicht jeder möchte sich damit abfinden, und die Schönheitsindustrie bietet einige Produkte gegen die sichtbaren Anzeichen des Alterns.

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Wer die Zeit etwas zurückdrehen oder den Status Quo seiner Haut länger erhalten möchte, greift oft zu Botox oder Hyaluron. Doch welche Vor- und Nachteile haben die beiden Behandlungsmethoden, und welche hilft besser bei Stirnfalten, Augenringe und Krähenfüße? Der Chirurg Dr. Felix Cromme hat eine klare Antwort.

Einer Frau wird Hyaluronsäure ins Gesicht injiziert
Botox und Hyaluronsäure verjüngen die Haut optisch auf unterschiedliche Weise. © Nastasic | iStock

Warum bildet die Haut Falten?

Dass die Haut mit zunehmendem Alter Falten bildet und schlaffer wird, ist eine Folge langsamer werdender Stoffwechselprozesse. So schüttet der Körper immer weniger Kollagen und Hyaluronsäure aus. Diese sind essenziell für eine straffe Haut: In den unteren Hautschichten verbinden sich Kollagenfasern mit Elastin zu einem netzartigen Geflecht, das der Haut Spannkraft verleiht. Hyaluronsäure bindet hingegen große Mengen Wasser und polstert die Haut auf diese Weise von innen auf.

Fehlt es der Haut im Alter an diesen Substanzen, verliert sie an Volumen, Elastizität und Feuchtigkeit. Gleichzeitig nimmt das Unterhautfettgewebe ab und lässt die Haut dünner werden. Zusätzlich verlangsamt sich der Hauterneuerungsprozess und die Talgdrüsen produzieren weniger Fett. Dadurch entstehen nicht nur schneller Falten – die Gesichtskonturen verwischen, der Teint wird fahler und die Haut gröber. Wenn sonnenbedingte UV-Schäden dazukommen, können zudem Pigmentflecken entstehen.

Die genetische Veranlagung bestimmt, wie schnell und stark die Haut altert. Ausschlaggebend sind aber auch die Lebens- und Ernährungsweise. Alles, was den Zellen und dem Kollagengerüst schadet, begünstigt eine frühzeitige Hautalterung. Als Faltenbeschleuniger gelten eine ungesunde Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und Sonnenbaden. Eine antientzündliche Ernährung kann die Hautalterung wiederum ausbremsen, eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützt vor UV-Strahlung und viele Lebensmittel enthalten kollagenaufbauende Nährstoffe.

Botox oder Hyaluron: Was hilft gegen welches Problem?

Wenn sich erstmal Falten gebildet haben, wird man sie nicht so leicht wieder los. Pflegeprodukte mit Anti-Aging-Wirkstoffen wie Retinol, Vitamin C oder Niacinamiden können das Hautbild optisch straffen. Doch bei tiefen Falten und einem starken Volumenverlust kann selbst die beste Hautpflege nicht mehr helfen. Viele greifen dann zu Botox oder Hyaluron. Cromme erklärt, wann er die Behandlungen für sinnvoll hält.

Was sind die typischen Anwendungsgebiete für Hyaluronsäure und Botox? 

Felix Cromme: In der ästhetischen Medizin werden Hyaluronsäure und Botox häufig verwendet, dienen aber unterschiedlichen Zwecken. Hyaluronsäure ist eine Substanz, die natürlich im Körper vorkommt und für ihre Fähigkeit bekannt ist, Wasser zu binden. Sie wird vor allem zur Volumenauffüllung und zur Verbesserung der Hautfeuchtigkeit eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind die Aufpolsterung von Falten, die Konturierung von Gesichtspartie, wie Wangen und Lippen, sowie die Verbesserung der Hautqualität.

Botox oder Botulinumtoxin ist eine Substanz, die die Signalübertragung von den Nerven zu den Muskeln hemmt. Es wird hauptsächlich verwendet, um die Aktivität von Muskeln zu reduzieren, die zu Faltenbildung wie bei Zornesfalten, Stirnfalten oder Krähenfüßen führt. Mit Botox wird also die Ursache der Faltenentwicklung – das Aufwerfen der Haut durch die Muskelbewegung – behandelt und nicht nur das Symptom.

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Gut zu wissen

Die meisten Menschen kennen Botox als Anti-Falten-Mittel. Doch bevor Botox 2002 offiziell als Mittel gegen Falten zugelassen wurde, kam das Nervengift bei Muskelerkrankungen und Bewegungsstörungen zum Einsatz. Bereits in den 1940er-Jahren wurden Lidkrämpfe und Augenzittern mit Botulinumtoxin behandelt. 

Bis heute findet der Wirkstoff Anwendung, um Spastiken zu therapieren, etwa infolge von Schlaganfällen oder Multipler Sklerose. Die muskelentspannende Wirkung von Botox nutzen Mediziner zudem bei der Behandlung von Zähneknirschen, übermäßigem Schwitzen und Migräne.

Wofür sind Hyaluron und Botox jeweils besser geeignet? 

Cromme: Die Wahl zwischen Hyaluronsäure und Botox hängt von der Art der Falten und dem gewünschten Ergebnis ab. Hyaluronsäure ist besonders effektiv bei statischen Falten, die durch Volumenverlust im Gesicht entstehen, und bei der Verbesserung der Hauttextur. Es ist die bessere Wahl, wenn es darum geht, Volumen zu ersetzen – etwa in den Lippen oder unter den Augen –, oder bestimmte Bereiche des Gesichts zu betonen.

Botox ist dagegen ideal bei dynamischen Falten, die durch Muskelbewegungen entstehen, zum Beispiel beim Lachen oder Stirnrunzeln. Es wird verwendet, um die Muskelaktivität zu reduzieren und so die Entstehung oder Vertiefung dieser Falten zu verhindern.

Dr. Felix Cromme vom Dermatologikum Hamburg
Felix Cromme führt in seiner Praxis Behandlungen mit Botox und Hyaluronsäure durch.© Dermatologikum

Unser Experte

Dr. Felix Cromme ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie in Hamburg.

Was spricht für Hyaluron und Botox – und was dagegen? 

Cromme: Die Vorteile liegen bei Hyaluronsäure in der sofort sichtbaren Wirkung, der Möglichkeit, Volumen und Konturen zu modellieren, sowie in der guten Verträglichkeit. Hyaluronsäure kommt natürlich im Körper vor. Ein Nachteil könnte die Notwendigkeit regelmäßiger Auffrischungen sein, da der Körper die Substanz im Laufe der Zeit abbaut. Die Ergebnisse halten in der Regel 3 bis 18 Monate an, abhängig von der behandelten Region und der verwendeten Produktart.

Botox hat den Vorteil, dass es sehr gezielt auf spezifische Muskeln angewendet werden kann, um Falten zu glätten. Die Wirkung tritt allerdings nicht sofort ein, sondern entwickelt sich über einige Tage. Als Nachteil gilt das Risiko, bei unsachgemäßer Anwendung ein unnatürliches Aussehen zu erzeugen. Außerdem sind die Ergebnisse temporär: Die Wirkung von Botox hält drei bis sechs Monate lang an, nach denen weitere Behandlungen notwendig sein können, um das gewünschte Aussehen zu erhalten.

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Welche Risiken und Spätfolgen sind bei Botox und Hyaluron zu bedenken? 

Cromme: Beide Behandlungen sind im Allgemeinen sicher, wenn sie von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden. Bei Hyaluronsäure können gelegentlich Rötungen, Schwellungen oder Blutergüsse auftreten, die jedoch meist innerhalb weniger Tage verschwinden. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen.

Ähnliche Nebenwirkungen sind bei Botox möglich. Zudem kann es hier in seltenen Fällen zu einer Schwächung benachbarter Muskeln kommen, was ein temporäres Absinken der Augenbrauen oder ähnliche Effekte zur Folge haben kann. Langzeitfolgen sind bei beiden Substanzen selten (Anmerkung der Redaktion: Botox kann die Mimik verändern, Hyaluron zu einer veränderten Hautstruktur oder Unebenheiten führen.). Wichtig ist, Behandlungen nur bei erfahrenen Ärzten und Ärztinnen durchführen zu lassen, um das Risiko von Komplikationen zu minimieren.

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