- Vitamin C ist eines der am besten untersuchten Anti-Aging-Wirkstoffe in der Hautpflege.
- Regelmäßig angewendet, kann ein Vitamin-C-Serum leichte Falten reduzieren und bei Pigmentflecken helfen.
- Allerdings verliert das Serum schnell seine Wirksamkeit, wenn es nicht richtig formuliert oder falsch gelagert wird.
Die meisten kennen die Wirkung von Vitamin C aus einem Schulexperiment: Ein aufgeschnittener Apfel verfärbt sich nach kurzer Zeit braun. Die Zellen im Fruchtfleisch reagieren mit Sauerstoff, sie oxidieren und werden dadurch beschädigt. Doch beträufelt man die Apfelscheiben mit Zitronensaft, behält das Fruchtfleisch seine Farbe. Das in den Zitronen enthaltene Vitamin C verhindert die Oxidation der Zellen.

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Die gleiche Wirkung hat Vitamin C in der Hautpflege: Es schützt die Zellen, kann dadurch Hautschäden vorbeugen und die Hautalterung ausbremsen. Darum gilt es seit Langem als Anti-Aging-Waffe. Zu Recht, sagt unser Experte Christof Kirkamm: „Vitamin C zählt neben Retinoiden wie Retinol und Retinal zu den meistdiskutierten Wirkstoffen in der Hautpflege“, erklärt er. „Hinter dem Hype steckt ein solider Kern.“ Besonders effektiv ist ein höher konzentriertes Vitamin-C-Serum – allerdings nur, wenn es richtig formuliert und korrekt gelagert ist.

Anti-Aging-Wirkung: Vitamin C unterstützt die Kollagenbildung
Vitamin C (Ascorbinsäure) gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und ist im Körper an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt. Es unterstützt das Immunsystem, baut Zähne und Knochen auf und verbessert die Wundheilung. Doch auch für die Haut ist Vitamin C wichtig, da es zellschützend und kollagenfördernd wirkt.
Genau das macht es als Hautpflege-Wirkstoff so nützlich: „Als Antioxidans kann Vitamin C die Haut vor schädlichen Sauerstoffradikalen schützen“, erklärt Christof Kirkamm. „Als biochemischer Co-Faktor unterstützt es die Bildung von Kollagen – dem ‚Stützgerüst‘ unserer Haut.“
Neben Hyaluronsäure gehört Kollagen zu den Substanzen, die unserer Haut ein pralles und straffes Erscheinungsbild verleihen. In den tieferen Hautschichten bildet das Protein ein dichtes Netz aus feinen Fasern, das die oberen Hautschichten stützt und für Spannkraft sorgt. Doch bereits ab Mitte 20 nimmt die körpereigene Kollagenbildung allmählich ab, wodurch die Haut immer mehr Falten bildet.
Unser Experte
Dr. med. Christof Kirkamm ist Humanmediziner und angehender Facharzt für Dermatologie in Stuttgart. Auf Instagram und TikTok informiert er über Hautpflege, Ernährung und Anti-Aging. Dabei thematisiert er unter anderem bekannte Mythen und erklärt, welche Wirkstoffe und Behandlungsmaßnahmen funktionieren.
Hautbild kann durch Vitamin-C-Serum ebenmäßiger werden
Äußere Einflüsse, wie die UV-Strahlung aus der Sonne, können diesen Prozess beschleunigen und zu vorzeitiger Hautalterung führen, indem sie freie Radikale in den Zellen freisetzen. Da Ascorbinsäure nicht nur die Kollagenbildung unterstützt, sondern die Haut auch vor Zellschäden schützt, wirkt sie Falten gleich auf zweifache Weise entgegen.
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Noch dazu kann Vitamin C laut Kirkamm die Melaninbildung hemmen und bei Hyperpigmentierung helfen. Dabei sind manche Hautstellen dunkler als andere – eine häufige Folge von Sonnenschäden. Ist die Haut nicht vor UV-Strahlung geschützt, bildet sie übermäßig viel Melanin und wird dunkler. Auf diese Weise schützt sich der Körper vor weiteren Schäden, denn das Pigment kann UV-Strahlung absorbieren. Zu viel Melanin führt jedoch zu dauerhaften Verfärbungen und hellbraunen Pigmentflecken, die mit zunehmendem Alter vermehrt auftreten.
Solche Zeichen der Hautalterung lassen sich mit einem Vitamin-C-Serum reduzieren, sagt Kirkamm: „Richtig formuliert und regelmäßig eingesetzt, kann ein Serum mit Vitamin C den Teint gleichmäßiger wirken lassen, Linien optisch mildern und die tägliche Sonnenpflege sinnvoll ergänzen“, so der Experte.

Bei Vitamin C kommt es auf die richtige Anwendung an
Besonders in Kombination mit konsequentem Sonnenschutz könne Ascorbinsäure das Hautbild verbessern. Als Hautpflege-Wirkstoff hat Vitamin C aber auch seine Grenzen, betont der Mediziner: „Wichtig sind realistische Erwartungen. Vitamin C ist kein Zauberstab.“ Nicht jedes Hautproblem lasse sich mit einem Vitamin-C-Serum in den Griff bekommen: „Stärkere Verfärbungen oder tiefere Falten gehören in ärztliche Hände“, sagt Kirkamm. „Hier sind Verfahren wie verschreibungspflichtige Wirkstoffe oder Laser die passende Ergänzung.“
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Die volle Wirkung von Vitamin C stellt sich zudem nicht sofort ein. Ergebnisse zeigten sich erst „über Wochen bis Monate“, so Kirkamm. Wichtig sei dabei, das Vitamin-C-Serum sinnvoll in der Hautpflege-Routine einzubinden: Den antioxidativen Schutz brauche die Haut am Tag, darum sollte das Serum morgens aufgetragen werden, rät der Experte.
Besteht die Hautpflege-Routine aus mehreren Produkten, kommt es auf die richtige Reihenfolge an: „Nach der Reinigung einige Tropfen Serum auf Gesicht und Hals, anschließend gegebenenfalls ein feuchtigkeitsspendendes Serum, zum Beispiel mit Hyaluronsäure oder direkt eine Creme“, erklärt der Mediziner. Den Schlusspunkt bilde der Sonnenschutz, entweder durch eine Tagespflege mit hohem Lichtschutzfaktor oder eine Sonnencreme.
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Vitamin C wirkt auf der Haut ab einer Konzentration von 10 Prozent
Auch bei der richtigen Anwendung von Vitamin C kann der Effekt auf der Haut ausbleiben. Der Fehler kann dann in der Formulierung des Serums liegen. Für schnell sichtbare Effekte müsse Ascorbinsäure in der richtigen Form und in einer ausreichenden Konzentration enthalten sein, sagt Kirkamm.
„Die Originalform L-Ascorbinsäure hat die beste Studienlage. Sie wirkt in Seren typischerweise bei 10 bis 20 Prozent am zuverlässigsten – vorausgesetzt, die Formulierung ist sauer und besitzt einen pH-Wert von 3 bis 3,5“, sagt der Experte. In diesem Bereich könne der Wirkstoff die Hautschicht besser durchdringen.
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Ein gutes Vitamin-C-Serum zeichnet sich dem Experten zufolge durch eine klare Deklaration aus: Auf der Produktverpackung sollten alle wichtigen Informationen zu sehen sein, allen voran die Wirkstoff-Konzentration. Ob reine Ascorbinsäure in der Formulierung steckt, lässt sich der Inhaltsstoffliste entnehmen. Dort steht meist der englische Begriff, also „Ascorbic Acid“.

Vitamin-C-Serum sollte vor äußeren Einflüssen geschützt sein
Aber auch die Verpackung selbst unterscheidet ein gutes von einem schlechten Vitamin-C-Serum. Ascorbinsäure kann durch äußere Einflüsse schnell oxidieren und dadurch ihre Wirkung verlieren. Kirkamm erklärt: „Licht und Luft sind die größten Feinde von Vitamin C, deshalb schneiden luft- und lichtgeschützte Verpackungen besser ab.“
Ausschau halten sollte man zudem nach Seren, die weitere Antioxidantien wie Vitamin E und Ferulasäure enthalten. Diese stabilisieren Vitamin C und können die antioxidative Wirkung unterstützen, so Kirkamm. „Kurze Haltbarkeiten und gegebenenfalls die Empfehlung zur Kühllagerung sprechen für ein Frische-Konzept“, erklärt er.
Für sensible Haut eignen sich milde Vitamin-C-Seren besser
Reine Ascorbinsäure ist zwar besonders effektiv, kann die Haut jedoch vor allem am Anfang der Anwendung reizen. Zu Rötungen oder Brennen sollte es nicht kommen: „Leichtes Kribbeln zu Beginn ist normal – anhaltende Irritationen sind ein Signal, die Anwendung zu reduzieren“, sagt Kirkamm. Der Rat des Experten: „Wer empfindlich reagiert, startet an zwei bis drei Tagen pro Woche und steigert langsam.“
Verträgt die Haut reine Ascorbinsäure nicht, ist ein Serum mit einem sogenannten Vitamin-C-Derivat die bessere Wahl. Dabei handelt es sich um Vorläuferstufen von Vitamin C. Diese bieten einen wichtigen Vorteil, denn sie sind widerstandsfähiger gegenüber Sauerstoff und Licht und verlieren dadurch nicht so schnell ihre Wirkung.
Zudem haben Derivate ein geringeres Reizpotential, da die Haut sie erst in mehreren Schritten in Ascorbinsäure umwandeln muss. Zudem werden sie meist in milderen, hautneutraleren Formulierungen eingesetzt. Zwar ist reines Vitamin C als Hautpflege-Wirkstoff wissenschaftlich besser untersucht. Wer jedoch empfindlich auf Vitamin C reagiert, sollte laut Kirkamm vor allem zu Beginn auf die hautschonenden Alternativen setzen: „Für sehr sensible Haut sind solche Varianten oft ein guter Einstieg.“








