• Eine Entwicklungsstörung kann eine Beziehung stark belasten
  • Das kann auch Sven-Arne unterschreiben
  • Der heute 52-Jährige reflektiert über seine Beziehung zu Gianna, die das Asperger-Syndrom hat

„Ich war von der ersten Sekunde an mega verschossen“, sagt Sven-Arne Mercker. Als er seine Ex-Freundin Gianna zum ersten Mal trifft, sitzen beide in einem Straßencafé auf einer Urlaubsinsel. Sie sei auffällig hübsch und habe dazu eine starke Ausstrahlung, erzählt Mercker, der eigentlich anders heißt. Um die Persönlichkeitsrechte des einstigen Paares zu schützen, wurden die Namen der beiden geändert, sie sind unserer Redaktion aber bekannt. Als Mercker die Fremde im Café anspricht, scheint sie sich zu freuen. „Sie wirkte unglaublich smart und hat mich gleich von der ersten Sekunde an umgehauen“, erzählt der heute 52-Jährige und klingt dabei immer noch begeistert. Die Zeit während des Gesprächs sei regelrecht verflogen, und die beiden tauschten Nummern aus. Kaum zu Hause erhielt er sofort die erste Nachricht, in der sich Gianna für das Gespräch bedankte. Eine nette Nachricht, nur klang sie irgendwie sehr förmlich. 

Damals wusste der Unternehmer noch nicht, dass Gianna das Asperger-Syndrom hat. Die Entwicklungsstörung gehört zu den Autismus-Spektrum-Störungen (ASS). Spektrum bedeutet, dass die Gruppe der Betroffenen divers ist und sich die Störung immer anders äußern kann. Einschränkungen und Ausprägungen sind sehr individuell, genau wie damit verbundene Probleme in einer Partnerschaft – die aber nicht zwangsläufig auftreten müssen. „Menschen mit der Autismus-Spektrum-Störung fällt es schwer, die Mimik, Gestik und das Verhalten des Gegenübers zu ‚lesen‘ und entsprechend darauf zu reagieren“, sagt Christa Roth-Sackenheim, stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte.

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