Brasilianischer Pfeffer, Thüringer Majoran und Nelken aus Sansibar sind drei Gewürze, auf die Fleischermeister Marcus Benser schwört. Der Erfolg gibt ihm Recht. Seine dreimal mit einer Goldmedaille ausgezeichnete Blutwurst ist einfach die beste. Sie überzeugt auch die sehr verwöhnten Franzosen. 2004 erhielt der inzwischen 33-jährige Fleischermeister aus Neukölln den Ritterschlag und ist Mitglied im französischen Orden der Blutwurstritter.
Mehrere Berliner Restaurants beziehen aus Rixdorf ihre Ware. Bei Sternekoch Kolja Kleeberg gehört die Wurst des Blutwurstritters genauso zum Repertoire wie im Gugelhof oder bei Lutter und Wegner. Derzeit serviert das Vau am Gendarmenmarkt mittags Blutwurst mit Apfel und Zwiebel. Dort oder direkt am Imbiss in der Fleischerei lässt sich das Meisterwerk unter anderem verkosten.
Die Wurst aus frischem Schweineblut hat einen sehr runden Geschmack. Anfangs sorgt der Pfeffer kurz für eine scharfe Note. Neben Gewürzen und Schweineblut kommen nur noch Zwiebeln, Rückenspeck und trockene Schrippen an die Wurst. Der Schlachthof in Luckenwalde liefert morgens das frische Blut, und dann legt Benser los. Pro Woche produziert er 750 Kilogramm Blutwurst. Denn ob aus Sylt oder Garmisch Partenkirchen - aus allen Landesteilen kommen täglich per Internet die Bestellungen. "Etwa jede fünfte Wurst geht in den Versand." Von Montag bis Donnerstag verschickt der Blutwurstritter seine Ware mit UPS deutschlandweit. "Nur so kann ich sicherstellen, dass die Ware frisch beim Verbraucher ankommt." Berliner Kunden aus entfernten Stadtteilen kommen oft mit einem langen Einkaufzettel. Denn Benser stellt mit 18 Mitarbeitern 60 Wurstsorten selbst her, genauso wie Schinken und Aspik.
Blutwurstmanufaktur, Karl-Marx-Platz 9-11, Mo.-Fr., 8-18 Uhr, Sbd. bis 13 Uhr, Tel.: 687 20 04, keine Kreditkarten,
www.blutwurstmanufaktur.de


