Unter anderem beim Redefluss verbesserten sich die Leistungen der Probanden deutlich. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler Edward Tobinick von dem Institut für Neurologische Forschung und Hyman Gross von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles im Fachmagazin "BMC Neurology".
Eine positive Wirkung des Medikaments Etanercept bei Alzheimer hatten US-amerikanische Forscher bereits in früheren Studien bei einzelnen Patienten beobachtet. Bei ihrer neuen Untersuchung verabreichten Tobinick und Gross nun zwölf Patienten sechs Monate lang das Medikament über Injektionen ins Rückenmark. Direkt nach den einzelnen Behandlungen nahmen die Probanden an verschiedenen Sprachtests teil. Dabei zeigte sich neben einer Beschleunigung des Redeflusses auch eine deutliche Verbesserung bei Wortfindungsstörungen - ein Symptom, an dem viele Alzheimer-Patienten leiden.
Etanercept wirkt als Hemmstoff für ein Signalmolekül des Immunsystems, das als TNF-alpha bezeichnet wird. Dieses Signalmolekül reguliert im Gehirn die Übertragung von Nervenimpulsen. Bei Alzheimer wird TNF-alpha verstärkt im Gehirn gebildet, was die Impulsübertragung im Nervensystem vermutlich extrem stört. Durch die Injektion direkt ins Rückenmark gelangt der Wirkstoff schnell ins Gehirn und hemmt dort effizient TNF-alpha. Auf diese Weise kann die Signalübertragung zwischen den einzelnen Nervenzellen wieder ungehindert ablaufen.
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