München - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS läßt die Luftfahrt-Krise hinter sich und hat nach einem kräftigen Ergebnis- und Umsatzplus in den ersten neun Monaten seine Prognosen weiter aufgestockt. "Die EADS wird ihr weltweites Wachstum fortsetzen, insbesondere in ihren wichtigsten Märkten in Asien, Nordamerika und Europa", erklärten die EADS-Chefs Philippe Camus und Rainer Hertrich am Donnerstag in München. In den ersten neun Monaten habe vor allem die Flugzeug-Tochter Airbus von der gestiegenen Nachfrage nach Verkehrsmaschinen profitiert.

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen insbesondere dank lebhafter Flugzeug-Auslieferungen nun einen Umsatzanstieg auf 32 (Vorjahr: 30) Mrd. Euro. Bereits zur Halbjahresbilanz hatte die EADS ihre Prognose auf 31 Mrd. Euro angehoben. Damit kommt der Konzern seinem Umsatzziel von jährlich 40 Mrd. Euro, das er innerhalb der kommenden vier bis fünf Jahre erreichen will, rascher als geplant näher. "Der Luftfahrt-Markt hat schneller angezogen, als wir noch Anfang des Jahres gedacht haben", sagte ein Unternehmenssprecher. In den ersten neun Monaten legten die Erlöse um 16 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro zu.

Mindestens 315 Maschinen will Airbus in diesem Jahr ausliefern, das wären 30 mehr als die vom Konkurrenten Boeing eingeplanten 285 Flugzeuge. Zwischen Januar und September kam Airbus auf 224 Maschinen und damit 25 mehr als vor Jahresfrist. Allerdings werde der Modell-Mix mit einem geringeren Anteil von Flugzeugen aus der A330/A340- Familie zwischen Oktober und Dezember weniger vorteilhaft ausfallen, als in den ersten neun Monaten, hieß es. Im Plan sieht die EADS ihr Programm für den Großraumflieger A380, der im ersten Quartal kommenden Jahres erstmals abheben soll. Die A380-Auslieferungen an die Fluggesellschaften sollen im zweiten Quartal 2006 starten. Derzeit hat der Konzern feste Aufträge beziehungsweise Zusagen für insgesamt 139 der A380-Modelle von 13 Airlines in den Büchern.

Auch seine Erwartungen für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten (Ebit) hob das Unternehmen erneut an auf 2,2 Mrd. Euro im Gesamtjahr. Zuletzt hatte die EADS 2,1 Mrd. Euro prognostiziert. In den ersten neun Monaten konnte der Konzern das Ebit auf 1,5 Mrd. (784 Mio.) Euro nahezu verdoppeln. Dazu trugen auch deutliche Verbesserungen in der kriselnden Raumfahrtsparte bei. Im Vorjahreszeitraum waren auf dieser Basis noch Verluste von 184 Mio. Euro aufgelaufen. dpa