Berlin/Amsterdam - Die Berliner Fluggesellschaft Air Berlin hat 70 Flugzeuge beim europäischen Flugzeughersteller Airbus bestellt und sich eine Option auf 40 weitere Maschinen gesichert. Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte, ist eine entsprechende Absichtserklärung des Unternehmens gestern in Hamburg unterzeichnet worden. Das Geschäftsvolumen für die 70 Maschinen beträgt etwa vier Milliarden Euro.

Bisher fliegt das Unternehmen, nach der Lufthansa die Nummer zwei in Deutschland, fast ausschließlich auf Maschinen des US-Herstellers Boeing. Zehn der neuen Airbus-Maschinen gehen an die österreichische Airline Niki des früheren Formel-1-Piloten Niki Lauda, die an der Air Berlin mit 24 Prozent beteiligt ist. Mit den übrigen Flugzeugen soll die jetzige, aus 45 Flugzeugen bestehende Flotte zwischen 2006 und 2011 ergänzt oder ersetzt werden.

Die Fluglinie verspricht sich von einem Einstieg bei Airbus eine bessere Position bei Verhandlungen mit den Herstellern.

Air Berlin hat in den ersten neun Monaten des Jahres neun Millionen Passagiere befördert - ein Plus von 38,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In diesem Jahr strebt das Unternehmen eine Passagierzahl von 11,6 Millionen an und will damit mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielen.

Auch Airbus ist im Aufwind: Der Flugzeughersteller beschert dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS Rekordgewinne. Zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhte EADS gestern seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, wird Airbus dieses Jahr 315 Maschinen verkaufen und seine Spitzenstellung vor Boeing damit deutlich ausbauen.

In den ersten neun Monaten verdoppelte EADS seinen operativen Gewinn auf 1,5 Milliarden Euro und erreichte damit das Ergebnis des gesamten Vorjahres. Für dieses Jahr kündigte EADS einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro an.