Berlin - An die 15 300 Besucher musste die Ausstellung "Das MoMA in Berlin" in der Neuen Nationalgalerie am Eröffnungswochenende verkraften. Der Ansturm hat Spuren hinterlassen. Die Luft ist dick, das Haus verschmutzt und die Mitarbeiter nach eigenen Angaben "völlig fertig". Am heutigen Montag bleibt die Schau mit den 200 Meisterwerken aus dem ausgehenden 19. und dem ganzen 20. Jahrhundert erstmals für das Publikum geschlossen.

Damit wolle man keinesfalls potenzielle Besucher am Kunstgenuss hindern, versichern die Veranstalter, der Verein der Freunde der Nationalgalerie. "Es ist einfach Fakt, das wir diesen Schließtag brauchen", sagt Vereinssprecherin Katharina von Chlebowski. Die Mitarbeiter bräuchten einen Tag in der Woche, an dem sie putzen können und an dem die Sockel, auf denen die Skulpturen stehen, wieder gestrichen werden können. "Wir brauchen diesen Tag vor allem aber aus konservatorischen Gründen", so die Sprecherin weiter. Die Bilder müssten zur Ruhe kommen, und auch das Raumklima muss wieder reguliert werden. Selbst wenn die Veranstalter es dennoch wollten, sie dürfen den Montag nicht zum Besuchertag machen: Ein Schließtag ist Pflicht. "Dazu hat uns das New Yorker Museum of Modern Art aus den genannten Gründen vertraglich verpflichtet, sonst hätten wir die Bilder nicht bekommen." Einen Trost hat Frau Chlebowski jedoch für die Besucher: Sollte der Ansturm zu den bekannten Öffnungszeiten nicht zu bewältigen sein, dürfen diese an den sechs erlaubten Wochentagen verlängert werden. "Das werden wir machen, wenn sich solch eine Entwicklung abzeichnet", versichert sie.

Die Zuschauer haben übrigens bereits ihre MoMA-Lieblingsbilder ausgemacht. Dazu gehören die "Seerosen" von Monet. Mehrfach wurden die Veranstalter gebeten, eine Bank davor aufzustellen, damit man sich das Gemälde in Ruhe betrachten und sich darin vertiefen könne. Das wird wahrscheinlich heute geschehen. Ein weiterer Favorit des Publikums ist van Goghs "Sternennacht". Aber auch der Picasso-Raum ist nach Angaben der Veranstalter "immer voll". Publikumsrenner im Museumsshop sind der Katalog (29 Euro) sowie Plakate und Postkarten. Lieferengpässe gibt es bereits bei dem "MoMA-Fan-Schal". Außerdem gehen bunte Gummiarmbänder mit dem Logo der Ausstellung weg wie warme Semmeln.