Bis zu einer Million Besucher werden erwartet. Da soll mal einer sagen, wie sich das Schlangestehen halbwegs schnell überstehen oder womöglich umgehen lässt! Ein belegtes Brötchen, Regenschirm, was zum Lesen und feste Schuhe sind neben Geduld das Mindeste, um gerüstet zu sein. Ratsam ist auch ein Begleiter. Aber nicht zum Reden. Er soll sich gefälligst an die zweite Kasse stellen. Einer ist ja immer schneller dran. Kennt doch jeder aus dem Supermarkt - diese Strategie. Nun, Sie werden es nicht glauben. Mir ging es ja genauso, weshalb ich gleich zwei Mal am Wochenende die Probe gemacht habe: Um 19 Uhr 20 in die MoMA-Ausstellung gehen. Und was war? Keine Wartezeit. Die Schlange vor der Nationalgalerie bestand lediglich aus Taxen. Andere waren ähnlich überrascht: "Wahnsinn, lass uns sofort reingehen. Das Kino kann warten."

Und hier ein Trostpflaster für die, die 19 Uhr 20 kein Glück haben. Gleich bei den ersten Bildern lauert sie dann doch, die Schlange. In Henri Rousseaus "Der Traum". Erst auf den zweiten Blick fällt sie auf. Die Schlange spielt also doch keine so große Rolle angesichts der Schätze, die uns die klassische Moderne zu bieten hat.

göc