Pierre Pagé ist es schon oft gelungen, Gesprächspartner mit seinen Ansichten zu überraschen. Der 57jährige hat viele Visionen, manche davon scheinen unrealistisch. Wie jene, daß Deutschland bald Weltmeister im Eishockey werden könnte. Entsprechend verblüfft läßt der Trainer des EHC Eisbären seine Zuhörer manchmal zurück.
So auch in Hannover nach dem Sieg der Berliner gegen die Scorpions. Während alles um ihn herum Statements zum Spiel erwartete, schien der Kanadier bereits ganz woanders zu sein. "Ich möchte ganz ehrlich, daß die DEL zur besten Liga in Europa wird. Dabei hilft es uns nicht, wenn wir als Eisbären gewinnen, die Liga sich aber nicht weiterentwickelt", sagte Pagé.
Es war das schlechte Gewissen, das den Trainer so pathetisch werden ließ. Nach dem ersten Erfolg am vergangenen Donnerstag (4:3 n.V.) hatte sich Pagé mächtig ins Zeug gelegt und vor allem Liga-Boss Gernot Tripcke angegriffen.
Grund war die Leistung von Schiedsrichter Harald Deubert, der sich kaum an die neue Regelauslegung hielt, nach der Halten, Haken und Behinderung streng geahndet werden sollen. "Ich habe zuletzt viel gesagt, einige waren darüber nicht glücklich", gab sich Pagé nun reumütig. Er müsse vorsichtiger sein mit seinen Vorwürfen, doch es beschäftige ihn einfach sehr, wenn die Liga unter ihrem Potential bleibe. "Wir haben hier die beste Infrastruktur in Europa. Mit der entsprechenden Absicht bei allen Beteiligten sollten wir auch das beste Eishockey bieten können."
Die Partien zwischen den Eisbären und Hannover kamen Pagés Vorstellung davon noch nicht sehr nahe. Vor allem deshalb, weil sich die Spieler beider Teams selbst nicht übermäßig um die Regeln scheren. "Es waren keine schönen Siege. Ich kann danach nicht einfach nach Hause fahren und mich freuen", sagte der Kanadier. Die EHC-Fans mußten dagegen keinen Konflikt mit ihren Gewissen austragen. Für sie zählte nur der Sieg.
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