Triathleten, vor allem denen auf der Ironman-Distanz, gebührt Anerkennung. 3,8 km Schwimmen, 180 km auf dem Rad und am Ende noch 42,195 km per pedes - das ist mörderisch. Und wenn das Ganze noch bei plus 40 Grad im Schatten auf Hawaii, wo es keinen Schatten gibt, stattfindet, gilt es den Hut zu ziehen. Besonders vor den Siegern. Nina Kraft aus Braunschweig war eine Siegerin. Mehr noch, die 35jährige sorgte mit ihrem Erfolg für ein Novum. Denn erstmals in der Geschichte des Ironman von Hawaii gab es einen deutschen Doppelsieg. Zunächst durchriß der Mannheimer Norman Stadler nach 8.33,29 Stunden das Zielband, ziemlich exakt eine Stunde später (9:33,25) folgte Nina Kraft als schnellste Frau. Doch Sieger werden zur Dopingprobe geschickt - mittlerweile immer und überall.

Wie dumm muß man sein, um das als Spitzenathlet zu ignorieren. Wie arrogant muß man sein, um sich feiern zu lassen, via TV "Sein Glück nicht fassen zu können", in die Linsen der Photographen zu lächeln. Nina Kraft war auf Hawaii gedopt. Sie hat es zugegeben. Warum dreieinhalb Wochen nach dem Wettbewerb? Vielleicht war das die Hoffnungs-Halbwertzeit, nicht erwischt zu werden. Doch die Schlinge hat sich zugezogen. Zwei Jahre Sperre und 100 000 Dollar weniger auf dem Konto sind Nina Kraft wohl sicher. Sicher ist aber auch: Fortsetzung folgt.