Sie ist der Knüller des 93. Berliner Sechstagerennens, die "Après Ski Bar". Ski - werden Sie jetzt denken - was hat denn das bei der Mutter aller Radsportevents zu suchen? Haben die Schweizer jetzt nicht nur auf der Bahn die Nase vorne, sondern sich auch noch neben der Spur breit gemacht? Davon kann keine Rede sein. Ein anderes kleines Alpenland dominiert das Geschehen rund um die Bahn des Velodroms: Dieses Jahr ist Österreich, zumindest kulinarisch gesehen, klarer Favorit. Für 2,50 Euro das "Stamperl" schiebt Franz Plank (26) aus Tirol einen Obstler nach dem anderen über die zünftig mit Hirschgeweih und Weidenkörben verzierte Holztheke, während Robert Feichtenschlager (33) eifrig frischen Bergkäse vom 25-Kilo-Laib hobelt. Als Exoten der radsportlichen Gastro-Szene haben sie vor drei Jahren angefangen, mittlerweile sind sie die Lieblinge der Berliner Sixdays-Fans und mit gleich drei Ständen dabei. Tiroler Brettljause, Schmalzbrot und grüner Veltliner - das schmeckt eben nach Urlaub. "Außerdem ist es gemütlicher, preiswerter, und die Frauen sind hübscher", schwärmt ein Teltower Fan der Alpenküche. Kein Wunder also, dass in allernächster Nachbarschaft nicht nur die Champignon-Pfanne auf hungrige Mäuler wartet, sondern auch die Hot-Dog-Würstchen noch immer recht zahlreich im Topf schwimmen.