Beim Istaf treffen sich an diesem Sonntag wieder die besten Leichtathleten der Welt. Aber nicht nur die aktuellen Stars bekommen die Gelegenheit, sich zu präsentieren. 350 Athleten aus sieben Jahrzehnten Berliner Sportgeschichte werden mit einer Medaille geehrt und zudem Ehrengäste sein. Einer von ihnen ist Günther Dohrow. Unter dem Spitznamen "Der fliegende Volksschullehrer" wurde er in den 50er-Jahren international bekannt. Die Spezialdisziplinen des mittlerweile 80-Jährigen waren 800 und 1500 m. "Die deutschen Mittelstreckler gehörten damals zu den Stärksten der Welt", sagt Dohrow.

1952 und 1956 nahm er in Helsinki und Melbourne an den Olympischen Spielen teil. Beide Auftritte endeten allerdings tragisch. 1952 galt er als Goldfavorit über 1500 m. Beim Warmlaufen lief ihm aber Dauerrivale Werner Lueg, der zuvor den Weltrekord einstellte, in die Fersen. Dohrow schaffte es zwar noch in den Zwischenlauf, schied dort dann aber aus. Auch in Melbourne verletzte er sich an der Achillessehne. Ansonsten setzte Günther Dohrow allerdings immer wieder Highlights. Der von Bert Sumser trainierte Athlet nahm an 25 Länderkämpfen teil und lief im Olympiastadion 1952 vor 60 000 Zuschauern. Auch war der gebürtige Neuköllner bei zahlreichen Istaf-Veranstaltungen dabei. Von 1948 bis 1968 betrieb er lange Jahre im Trikot des SC Charlottenburg Leistungssport. Im Herbst seiner Karriere wechselte der sympathische Läufer zum Berliner SC. In den 70ern trainierte Günther Dohrow junge Talente. Er ließ sich zum Lehrer ausbilden und arbeitete bis 1989 in diesem Beruf. "Ich freue mich, beim Istaf alte Weggefährten zu treffen. Gespannt bin ich natürlich auf die Mittelstreckler", sagt er und zeigt stolz seine Eintrittskarten.