Glückwunsch: Wolfgang Holst wird heute 80

Selbst bezeichnete er sich als «Mecklenburger Bauernfußballer ohne Perspektive» - dennoch bestimmte Wolfgang Holst über Jahre die Richtung von Hertha BSC. 1960 wurde er Mitglied des Traditionsklubs, beim Bundesliga-Start 1963 dabei, 1971 in den Bundesliga-Skandal verwickelt, 1979 Präsident des Clubs, 1985 Zwangsabstieg, später «graue Eminenz» und noch heute im Ältestenrat und Strategie-Ausschuss: Holst gehört zu Hertha und Hertha gehört zu Holst. «Wir haben unter Trainer Hanne Sobeck und mit mir als Manager zu den ersten neun Vereinen gezählt, denen der DFB die Lizenz für die neu geschaffene Bundesliga erteilte», erzählte der Ex-Chef (Foto: Peters).

Heute feiert Wolfgang Holst seinen 80. Geburtstag. Der gebürtige Rostocker, Gastronom und Automatenkaufmann mit mehreren Spielhallen in der Stadt kam 1959 nach Berlin und schloss sich bald Hertha BSC an. Holst holte für seinen Verein mehr als 100 Aktive nach Berlin und war auch in der jüngeren Vergangenheit dabei, etwa als die Partnerschaft mit dem Vermarkter Ufa eingefädelt wurde.

Holst, bekannt auch durch den Fußball-Treff «Holst am Zoo», den seit 1. Juli Ex-Hertha-Profi Hanne Weiner führt, war Spieler der Alten Herren, Vorsitzender des Ältestenrates und schließlich Präsident. In die Schlagzeilen geriet er 1985, als der DFB den Berliner Club wegen überhöhter Gehaltszahlungen in die Oberliga zurückstufte und Holst für mehrere Jahre sperrte. Schon als 2. Vorsitzender war er indirekt mitverantwortlich für den bisher größten Bundesliga-Skandal, als 1971 die Spieler für 300 000 Mark das Abstiegsspiel gegen Arminia Bielefeld im Olympiastadion mit 0:1 verloren und damit den Westfalen den Klassenerhalt sicherten.

Holst wird seinen Geburtstag mit rund 120 geladenen Gästen feiern. «Ans Aufhören denke ich noch lange nicht», sagte er. dpa