Die Kritik zieht Kreise: Das WM-Finale liegt mittlerweile mehr als vier Wochen zurück - und Marko Rehmer kann nach wie vor nicht schmerzfrei trainieren. Den Vorwürfen von Dieter Hoeneß, dem Manager von Hertha BSC, gegen die Betreuung des Nationalspielers bei der WM, sind einige Telefonate gefolgt. So haben sich Hoeneß und DFB-Teamchef Rudi Völler, bei der WM 1986 noch Mannschaftskollegen, freundschaftlich ausgesprochen: «Mit Rudi hat es nie ein Problem gegeben.»
Wichtiger für den Verein war ein Gespräch mit Gerhard Mayer-Vorfelder. Der DFB-Präsident hat eingeräumt, dass Ursache der aktuellen Arbeitsunfähigkeit von Rehmer dessen Knöchelverletzung aus dem WM-Achtelfinale gegen Paraguay (1:0) ist. «Herr Mayer-Vorfelder hat Bereitschaft in der Angelegenheit signalisiert», berichtete Hoeneß, «genau für diese Fälle hat der DFB eine Versicherung abgeschlossen.» Ziel des Vorstoßes ist, dass der Verband sich an Rehmers Lohnfortzahlung für die Zeit von dessen Zwangspause beteiligt.
«Bei aller Euphorie um die Nationalmannschaft», sagt der Hertha-Manager, «kann es nicht sein, dass die Vereine die einzigen sind, die das wirtschaftliche Risiko tragen. Diesen Zustand nehmen wir nicht klaglos hin.»
Unabhängig von einer finanziellen Regelung fehlt der 28malige Nationalspieler bei Hertha BSC. Der 30-Jährige wird sich morgen jenem Belastungstest unterziehen, den die Kollegen bereits vor vier Wochen absolviert haben. Erst dann könne man sehen, wie schnell der Verteidiger an die Mannschaft herangeführt werden kann. Der Saisonauftakt am kommenden Freitag bei Meister Dortmund findet wohl ohne Rehmer statt. ub

