Der 1. FC Union verliert nicht nur Spieler, er gewinnt auch neue hinzu. Für die Rückrunde der zweiten Fußball-Bundesliga haben die Köpenicker den 26-jährigen Holger Wehlage von Werder Bremen ausgeliehen. «Wir zahlen nur das Gehalt weiter, weitere Kosten entstehen nicht», sagte Präsident Heiner Bertram zu dem Transfer. Wehlage steht bei den Hanseaten seit eineinhalb Jahren unter Vertrag, spielte zuvor in Liga zwei bei seinem Heimatverein SV Meppen, beim VfB Lübeck in der Regionalliga und beim FC St. Pauli, mit dem er 2001 in die Bundesliga aufstieg. Für die Bremer absolvierte der Mittelfeldspieler, der als schneller Mann auf der rechten Außenbahn gilt, zehn Erstliga-Einsätze (ein Tor).

Während Wehlage künftig eine Klasse tiefer seinem Beruf nachgeht, schlägt Cristian Fiel (22) den umgekehrten Weg ein. Der im Vorjahr von den Stuttgarter Kickers gekommene Spanier wechselt nach 48 Zweitliga-Spielen für Union (acht Tore) zum Bundesligisten VfL Bochum, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006 unterschrieb.

Halten konnten die Köpenicker dagegen Spielmacher Kostadin Widolow. Der 32-jährige Bulgare, der ursprünglich in der Winterpause in seine Heimat zurückkehren wollte, verlängerte seinen Kontrakt zu verbesserten Konditionen um ein Jahr bis zum 30. Juni 2004. Gleichzeitig willigte Widolow in die bis zum Saisonende befristete Gehaltskürzung um 20 Prozent ein. Drei Viertel davon werden vom Verein ab August 2003 zurückgezahlt.

Union stehen damit nach dem gestrigen Stand 17 Profis für die Rückrunde zur Verfügung. Ronny Nikol hat sich eine Bedenkzeit bis morgen erbeten. Tom Persich, Youssef El-Akchaoui, Sixten Veit und Sreto Ristic meldeten sich gar nicht auf der Geschäftsstelle, verweigern nach wie vor ihre Zustimmung zum Gehaltsverzicht.