Terrordrohung

Islamist wollte Flugzeug in Reichstag steuern

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Die Wiener Staatsanwaltschaft prüft Hinweise auf einen möglicherweise geplanten Terrorangriff auf den Berliner Reichstag. Ein zum Islam konvertierter Österreicher soll bereits am Flugsimulator den Angriff geübt haben.

Ein in Wien verhafteter 25-Jähriger steht im Verdacht, einen Anschlag auf den Berliner Reichstag geplant zu haben. Die Wiener Staatsanwaltschaft bestätigte am Sonnabend einen entsprechenden Bericht der "Kronenzeitung". Danach soll der zum Islam konvertierte Österreicher seit Monaten am Simulator dafür trainiert haben, einen voll besetzten Passagierjet in den Reichstag zu steuern.

Bisher habe sich dieser Verdacht jedoch noch nicht bestätigt, betonte die Chefin der Anklagebehörde, Marie-Louise Nittel, im ORF-Radiosender Ö1. Noch zurückhaltender äußerte sich die deutsche Bundesanwaltschaft. "Wir haben keine Anhaltspunkte auf die konkrete Vorbereitung eines Anschlags in Deutschland", sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde der Zeitung "Der Tagesspiegel".

Zur Person des Festgenommenen sagte ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums, Rudolf Gollia, dieser stehe in Verbindung mit weiteren Verdächtigen, die ebenso wie der 25-Jährige der terroristischen Vereinigung Deutsche Taliban Mudschahedin (DTM) zugerechnet würden: einem 26-jährigen Berliner Islamisten, sowie einem 21-jährigen Österreicher, der am 16. Mai in Berlin gefasst wurde. Die Bundesanwaltschaft sieht jedoch keine Verbindung.

Der 26-jährige Berliner Deutsch-Türke drohte, wie die Morgenpost Online berichtete , 2009 in Propagandavideos mit Anschlägen in deutschen Großstädten. Der 21-Jährige soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft Unterstützer für die DTM gesucht haben. Der per Haftbefehl gesuchte 25-Jährige war bereits am Mittwoch in der österreichischen Hauptstadt festgenommen worden. Der zum Islam konvertierte Österreicher habe seit Monaten am Simulator dafür trainiert , einen voll besetzten Passagierjet in den Reichstag zu steuern, berichtete das österreichische Boulevardblatt "Kronenzeitung". Schaltzentrale der Aktion soll seine Altbau-Mietwohnung im Wiener Stadtteil Fünfhaus gewesen sein.

Der mit einem deutschen Haftbefehl gesuchte 26-jährige Berliner Islamist war bereits am 31. Mai in Wien festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und das Innenministerium in Wien bestätigten am Sonnabend den Bericht von Morgenpost Online. Gegen den 26-Jährigen werde wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der DTM ermittelt, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Nach Informationen von Morgenpost Online trat der Deutsch-Türke Yusuf O. in mehreren Propagandavideos als vermummter Gotteskrieger auf. Im September 2009 habe er mit Anschlägen in deutschen Großstädten gedroht.

( dpa; BM )