Deutsche Fernsehsender lehnen eine Verfilmung des Falls Dutroux zurzeit ab. Ein bereits vorliegendes Drehbuch des Grimme-Preisträgers Fred Breinersdorfer für einen 90-minütigen TV-Film wollten weder die Sender der ARD noch das ZDF oder Arte umsetzen, berichtete das Magazin "Focus" am Wochenende. Zur Begründung sagte ZDF-Fernsehspielchef Hans Janke, dass der Stoff "zuerst und vor allem eine streng dokumentarisch-journalistische Bearbeitung" verlange.

Breinersdorfer erzählt dem Bericht zufolge in "Greta" eine Geschichte über den mutmaßlichen Mörder und Kinderschänder Marc Dutroux, der zurzeit in Belgien vor Gericht steht. Als Grund der ablehnenden Haltung der TV-Sender vermutet er laut "Focus" "Scheu vor der Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Hintergrund dieser Taten". "Greta" sei ein bedrückendes Drama, das sich auf recherchierte Fakten beziehe. Breinersdorfers Drehbuch ist als 90-minütiger Fernsehfilm konzipiert. Ein Aufseher der Haftanstalt von Arlon wurde unterdessen wegen einer Fotoreportage über Dutroux vom Dienst suspendiert. Dem Mann wird vorgeworfen, das ihm auferlegte Berufsgeheimnis gebrochen zu haben. Die Justiz hatte Anzeige erstattet, nachdem die Zeitschrift "La Libre Match" Bilder aus der Zelle von Dutroux veröffentlicht hatte. Auf diesen ist der mutmaßliche Mörder unter anderem in Hemd und kurzen Hosen bei der Zubereitung eines Kaffees zu sehen. BM