Broelsch wies die Vorwürfe als haltlos und rufschädigend zurück: "Ich habe von meinen Patienten niemals ein Eintrittsgeld für eine bevorzugte Behandlung gefordert."
Die Staatsanwaltschaft wirft dem seit Oktober 2007 suspendierten Mediziner Bestechlichkeit, Betrug im besonders schweren Fall und Steuerhinterziehung vor. In Dutzenden Fällen sollen sich um ihr Leben bangende Kassenpatienten, die unter anderem an Leber- oder Darmkrebs litten, an den anerkannten Spezialisten gewandt haben, um von ihm operiert zu werden. "Sie sahen in Professor Broelsch ihre letzte Rettungsmöglichkeit", sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Koch.
Als Gegenleistung für eine zeitnahe und von ihm durchgeführte Operation soll der 65-Jährige in Beratungsgesprächen dann eine "Geldspende" von den Kassenpatienten eingefordert haben. Die Zahlungen flossen laut Anklage auf ein Drittmittelkonto für Forschung und Lehre, auf das auch der Mediziner Zugriff hatte. Die meisten Patienten erklärten sich laut Koch in ihrer Verzweiflung zu den Zahlungen bereit, die meist zwischen 5000 und 7000 Euro lagen. Insgesamt sollen 219 000 Euro auf das Konto der Uniklinik geflossen sein.
AP


