Brückenschlag von Berlin in einen kleinen Ort des türkischen Teils von Kurdistan. Diese grenzüberschreitende Verbindung halten Berliner und türkische Ärzte, Forscher des Max Delbrück Institutes in Berlin Buch und Familien in beiden Ländern fest zusammen. Sie eint ein gemeinsames Ziel, einer Berliner Familie und deren großer Sippe im Süden der Türkei bei der Bewältigung einer tückischen Krankheit zu helfen.

Yasmin (Name geändert) ist sieben Jahre alt, als sie das erste Mal umfällt. Die Anfälle wiederholen sich, manchmal an fünf Tagen in der Woche. Plötzliches Herzrasen, "Schmetterlinge im Bauch", der Atem stockt und sie stürzt bewußtlos zu Boden. Yasmin, die als viertes Kind von zehn Geschwistern in der südlichen Türkei geboren wird, erlebt den frühen Kindstod von Schwestern, Neffen und Nichten der großen Familie. Mit 16 Jahren wird sie, noch unverheiratet, schwanger. Um ihrer Sippe die Schande zu ersparen, verläßt das Paar die Heimat und flieht nach Deutschland. Von ihren drei Kindern, in Berlin geboren, haben beide Töchter die rätselhafte Krankheit geerbt. "Diese Anfälle lauerten immer, täglich, stündlich konnten sie sich wiederholen", erinnert sie sich. "Wenn ich einen meiner kleinen Lieblinge auf den Arm nahm, nach dem Einkauf Treppen stieg oder einfach glaubte, die Arbeit wachse mir über den Kopf, dann waren sie plötzlich da", sagt die junge Frau. Fiel sie auf der Straße um, begegneten selbst Ärzte ihr gegenüber mit Unverständnis. "Oft habe ich als erstes die Frage gehört, ob ich Drogen nähme, eine extreme Diät mache oder man glaubte, ich sei hysterisch", meint sie. Eine Odyssee mit den Mädchen zu Kinderärzten, Kardiologen und Neurologen mit Fehldiagnosen und vergeblichen Therapien folgte.

Erst Professor Wilhelm Rimpau, Chefarzt der Neurologie in der Park-Klinik Weißensee und Leiter der Epilepsie-Ambulanz, hörte der jungen Frau zu, ihrer Interpretation und ihren Gefühlen. Er stieß gemeinsam mit der Kinderärztin Elke Jäger Roman und dem Kinderkardiologen Christian Köpcke auf eine durch Genveränderung bedingte seltene Herzerkrankung kombiniert mit Epilepsie. Eine erfolgreiche Therapie wurde eingeleitet.

Ein relativ preiswertes Medikament, ein sogenannter Betablocker, regelmäßig eingenommen, hilft. "Ich bin seit fast zwei Jahren ohne Anfälle, ich muß nur schwere körperliche Anstrengungen vermeiden", sagt die junge Frau glücklich. Doch ihr Glück ist getrübt durch den Gedanken an die Lieben zu Hause. Weiter sterben viele ihrer Neffen, Nichten bereits im Kindesalter, quälen sich Geschwister und Verwandte der fast hundertköpfigen Sippe mit Anfällen und deren Folgen. Professor Rimpau und sein Team wollen helfen, weit über ihre Verantwortung als Ärzte hinaus.

Ein junger türkischer Arzt, der jüngst in Berlin sein Examen ablegte und dessen Familie ebenfalls in der Park-Klinik Weißensee geholfen werden konnte, ist in die Nähe von Yasmins Heimatort zurückgekehrt. Er würde es übernehmen, von allen Sippenmitgliedern Blutproben zu nehmen, diese in Berlin untersuchen zu lassen, um dann den Kranken die lebenswichtigen Medikamente zu verabreichen. Doch ohne finanzielle Mittel für den jungen Mediziner ein schier unmögliches Unterfangen. Auch, wenn Wilhelm Rimpau bei seinem bevorstehenden Geburtstag auf Geschenke von Freunden und Kollegen verzichtet und dieses Geld für Medikamente und Untersuchungen einsetzen wird, seine Mitstreiter ebenfalls sammeln, reicht der Betrag nicht aus, um wirkungsvoll zu helfen.

Liebe Leser, wenn Sie die Ärzteinitiative unterstützen möchten, dann spenden Sie bitte unter dem Stichwort "Yasmin" an Berliner helfen. Wenn Sie mehr über Hilfsmöglichkeiten erfahren wollen, wenden Sie sich bitte direkt an die Park-Klinik unter Tel.: 96 28 37 00 oder an folgende E-Mail-Adresse: rimpau@park-klinik.com