Sonne, Mond und Sterne für Berliner Grundschüler

Das Schlüsselerlebnis war eine Mondfinsternis, die er als Sechsjähriger mit seinem Vater beobachtete. Seitdem ist Uwe Marth fasziniert vom Sternenhimmel, kaufte sich mit 17 ein Fernrohr und wurde Mitglied im damals neugegründeten Verein der Wilhelm-Foerster-Sternwarte am Insulaner in Schöneberg. Seit über zehn Jahren ist der Zehlendorfer, der an der Carl-Orff-Grundschule Religion unterrichtet, dort aktiver Ehrenamtlicher. Gemeinsam mit Klaus Sommerfeld und Stefan Wolff von der Musikschule Steglitz hatte er ein Projekt in die Hand genommen, um die regelmäßigen Veranstaltungen für Grundschüler "aufzupeppen". Entstanden sind musikalische Untermalungen für Programme wie "Sonne, Sterne, Mond & Co." und zwei CDs mit "Liedern aus dem All", die mit dem Chor seiner Schule aufgenommen wurden.

Jeden Montag betreut der 47jährige im Planetarium die Schulveranstaltungen für Berliner Grundschüler, die es mit unterschiedlichen Schwerpunkten für verschiedene Klassenstufen gibt. Besonders freut sich der Pädagoge, wenn Klassen bereits zu einem astronomischen Thema gearbeitet haben und er eine "gezielte" Veranstaltung anbieten kann.

Sein besonderes Engagement aber gilt seit einigen Jahren vor allem den Kindern, die sich solch einen Ausflug nicht leisten können. Gemeinsam mit der Deutschen Kinderhilfe Direkt e.V. lädt das Planetarium am Insulaner - obwohl selbst knapp bei Kasse - einmal im Jahr Kinder aus Heimen oder Betreuungsprojekten kostenlos ein. Vor kurzem waren es 176 Jungen und Mädchen, die zum Sternegucken an den Prellerweg kamen. "Zoff am Sternenhimmel" hieß das Programm mit Musik und einer spannenden Geschichte. Wenn dann die Kinderaugen strahlen wie Sterne, ist das für Uwe Marth das größte Dankeschön für seine Arbeit. "Die waren ja so neugierig und begeistert", freut sich Marth. Enthusiasmus ist allerdings keine Frage des Alters: Star Trek-Fan Marth begeistert sich nach wie vor für Himmelsangelegenheiten, als Theologe wie als Mensch. Orion ist sein schönstes Sternenbild, aber beim Kleinen Bären gerät er richtig ins Schwärmen: "Der ist schon süß!" Maggie Riepl