Noch zwei Tage bis zum "Star Wars"-Finale. Wir folgen den Fußstapfen der Sternenkrieger. Kein Kinowerk hat sich im Pop-Bewußtsein tiefer eingegraben als "Star Wars". Bands heißen The Jedi Knights oder The Force. Jan Eißfeldt rappt gelegentlich gar unter dem Namen Boba Fett. John Williams' Soundtrack wird nicht nur bei Siegerehrungen gespielt, sondern bereits 1977 für Disco-Hedonisten adaptiert. Es folgten Jazz-, Country-Fassungen und unzählige Kirmes-Techno-Versionen. Alec Empire, ein Berliner Altpunk, nannte eine wüste Platte "Generation Star Wars". Und die Dänen litten 2004 noch unter einem Sommerhit, der "Wannabe Darth Vader" hieß. Ron Carter, einem eher bedächtigen Bassisten des modernen Jazz, gebührt die Ehre der wohl merkwürdigsten Sternenkriegsmusik. "Empire Jazz" zeigt auf der Plattenhülle einen Stormtrooper am Saxophon. Begleitet wird er von C-3PO am Schlagzeug und am Baß von R2-D2, Chewbacca thront am Klavier. Ein einsamer Darth Vader kauert vor der Bühne, schwer gerührt vom friedfertigen Jazz. Die Botschaft: Nur ein ordentliches Stück Musik ist in der Lage, zerstrittene Universen zu versöhnen.
Michael Pilz



