Heizkörper fristeten in der Vergangenheit oft ein Nischendasein - sie wurden in Wandaussparungen unterm Fenster installiert oder hinter Verkleidungen versteckt. Das hat sich geändert: Heute gibt es sogar Design-Heizkörper für Kunden, die besonderen Wert auf eine exklusive Einrichtung legen.
Schon Standard sind Wärmespender im Bad mit waagerechten Stahlrohren und Handtuchtrocknern. Im Flur bieten sich Radiatoren mit integriertem Spiegel und Ablage aus Holz an, die zusätzlich als Garderobe dienen. Zudem sind als Alternative zu weißen Heizkörpern auch farbige Modelle zu finden.
Bei einfachen Standard-Heizkörpern geht der Trend zu plattenförmigen Modellen. "Plattenheizkörper sind viel flacher als die früher üblichen Rippenheizkörper", sagt Hans Dieter Corsten vom Initiativkreis Erdgas & Umwelt in Essen. Plattenkörper könnten deshalb direkt an der Wand angebracht werden. So sei keine Heizungsnische mehr notwendig, für die unterhalb der Fenster die Außenwandstärke reduziert werden muss. Bei einem Austausch alter klobiger Heizkörper gegen neue flache lasse sich die Heizungsnische schließen und isolieren, um "Wärmebrücken" zu vermeiden.
Neue Modelle sollten aber nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten gewählt werden - schließlich haben Heizkörper großen Einfluss auf den Betrieb der Heizanlage. "Bei der Sanierung einer veralteten Heizung reicht es oft, nur Heizkessel und Brenner zu erneuern", meint Corsten. Dabei lasse sich die Vorlauftemperatur des Heizwassers verringern, um den Energieverbrauch zu drosseln. Die Heizkörper älterer Anlagen seien meist groß genug, um auch mit einer niedrigen Vorlauftemperatur die gewohnte Raumtemperatur und Aufheizzeit zu gewährleisten.
"Bei der Brennwerttechnik sollte man prüfen, ob vorhandene Heizkörper dafür geeignet sind", rät Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung (Hamburg). Erfordere das Heizkörpersystem hohe Vorlauftemperaturen, seien damit oft auch hohe Rücklauftemperaturen verbunden. Dann sei die Nutzung des Brennwerteffekts manchmal nicht möglich.
Optimal lasse sich eine Anlage nur auf sparsamen Betrieb einstellen, wenn alle Komponenten aufeinander abgestimmt werden, meint Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (Berlin). Nur den Heizkessel und den Brenner auszutauschen reiche dafür nicht unbedingt aus.
So werde in alten Steigleitungen und Heizkörpern mehr Wasser bewegt als bei modernen Anlagen. Eine kleinere Wassermenge lasse sich rascher erwärmen und feiner regulieren. Das mindere die Heizkosten. Kann eine Heizung nicht sofort komplett erneuert werden, sollten nach dem Kessel später auch Leitungen und Heizkörper erneuert werden. Dabei empfehle es sich, bereits zu Beginn ein Konzept mit einem Fachmann zu erarbeiten.
"Damit ein Heizkörper seine Leistung optimal abgeben kann, ist auch eine gute Luftzirkulation notwendig", betont Corsten. Deshalb sollten Gardinen und Verkleidungen nicht direkt vor den Heizkörpern angebracht werden. Auch wenn es schöner aussehe, werde so mehr Energie verbraucht als nötig.
Eine neue Heizung müssen Hauseigentümer nach der Installation auch richtig einstellen. "Oft wird dabei der hydraulische Abgleich vergessen", warnt Zink. Das Regulieren von Heizsträngen und -körpern sei jedoch Voraussetzung dafür, dass diese mit der richtigen Wassermenge versorgt werden. So ließen sich auch Strömungsgeräusche verringern, und der Stromverbrauch der Umwälzpumpe werde von vornherein auf das erforderliche Maß begrenzt. Eine Abstimmung an modernen Heizungen ermöglichten Vorlaufventile, die der Fachmann voreinstellen kann. dpa


