Vor sechs Jahren ging ein Stück Rennsport-Geschichte zu Ende. Nach 77 Jahren rasten im Mai 1998 letztmalig PS-starke Ferraris, Citroens und Porsches über die Avus. Übrig geblieben sind das Rasthaus, das vergangene Woche von Mitropa übernommen wurde, und die Tribünen-Anlage am Messedamm. Auf den Rängen sammelt sich das Laub vergangener Jahre, die Sitzbänke verrotten. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz, was zumindest bei der Tribüne zurzeit eine andere Nutzung so gut wie ausschließt.
Hausherr ist das Bundesvermögensamt. "Wir würden das Areal gern loswerden", sagt Sprecher Manfred Reuß. Er zweifelt jedoch daran, dass sich für das Grundstück ein Interessent findet. Auf der anderen Seite gibt es aber langfristig Pläne, das Autobahndreieck Funkturm auszubauen. Das Grundstück, auf dem die Tribüne steht, könnten die Planer dabei durchaus brauchen.
Ein Sprecher des Bundesbauministeriums bestätigte, dass es Ende des Monats Gespräche zwischen Bund und Senat zum Autobahndreieck Funkturm gibt. Jedoch sei in absehbarer Zeit nicht mit einem Umbau zu rechnen. Außerdem behindere der Denkmalschutz eine Einbeziehung der Tribüne in die Ausbaupläne.
"Solange wir keinen Abrissantrag auf dem Tisch haben, gibt es keinen Grund, den Denkmalschutz aufzuheben", sagt Petra Reetz, Sprecherin der Senatsbauverwaltung. Solle jemand solche Pläne haben, müsse darüber vielleicht neu entschieden werden.
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