Nach 19 Jahren Planung wird S-Bahnhof Kolonnenstraße gebaut

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Guntram Doelfs

Rund 19 Jahre nach den ersten Plänen für einen S-Bahnhof an der Kolonnenstraße soll dieser nun endlich gebaut werden. Nachdem der Bau zuletzt immer wieder an einem Planungs- und Finanzierungsstreit zwischen Senat und Deutscher Bahn AG gescheitert ist, haben sich beide Seiten nun im Grundsatz auf die Finanzierung geeinigt. Die Deutsche Bahn legte der Senatsverkehrsverwaltung dazu vor wenigen Tagen den Entwurf einer Bau- und Finanzierungsvereinbarung vor. Dieser wird zurzeit zwar noch geprüft, aber "von uns im Grundsatz geteilt und gibt wieder, was auch wir uns vorstellen können", so Petra Rohland, Sprecherin der Verkehrsverwaltung.

Der Bau des neuen Bahnhofs soll nach Angaben von Wolfgang Borsch, Regionalleiter Ost bei der zuständigen Bahntochter Station und Service, 6,32 Millionen Euro kosten. Nachdem die Unterlagen für die Planfeststellung bereits im vergangenen Jahr an das zuständige Eisenbahnbundesamt gegangen sind, steht damit dem Bau eines Bahnhofs an der Julius-Leber-Brücke nun prinzipiell nichts mehr im Weg. Geht nun alles klar, können ab 2005 die Bagger rollen.

Allerdings hatte es wie schon so oft in der Vergangenheit bereits im vergangenen Dezember geheißen, die Finanzierung sei gesichert. Nachdem sich durch Mittelkürzungen des Bundes die Finanzlage der Bahn zuletzt deutlich verschärft hatte, musste erneut nachverhandelt werden. Rund 3,7 Millionen Euro werden als zinsloses Darlehen vom Bund gewährt, von dem die Bahn 75 Prozent trägt, das Land die restlichen 25 Prozent. Weil die Bahn aber ihren Anteil von 2,8 Millionen nicht zahlen kann, will das Land laut Borsch die jährlichen Rückzahlungsverpflichtungen von 140 000 Euro übernehmen, indem diese Summe auf den jährlichen Stationspreis aufgeschlagen wird, die die Bahn dem Land für die Nutzung in Rechnung stellt.

Der Bahnhof hatte sich laut Bahn immer weiter verteuert, weil die Verkehrsverwaltung zahlreiche Erweiterungen gefordert hatte. So erhält die Station zwei überdachte Außenbahnsteige, einen zweiten südlichen Zugang, einen breiteren Bahnsteig, zwei Rolltreppen und eine neue Fußgängerbrücke.