Autobahnbau mit Verzögerung

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Sabine Flatau

Ein riesiger Damm wächst im Nordwestzipfel von Altglienicke auf den Teltowkanal zu. Dahinter, nahe dem Hafen Rudow-Ost, spannt sich bereits eine neue Brücke im Bogen über den Teltowkanal, auf der die neue Autobahn A 113 verlaufen wird. Doch das Ziel, die Trasse zur Fußballweltmeisterschaft 2006 freizugeben, werde nicht erreicht, sagt Felix Grenz, Projektmanager bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Das Straßenbauvorhaben, das auf zehn Kilometern von Neukölln bis zur Landesgrenze Brandenburg führt, wird vermutlich erst Mitte 2007 fertig. Klagen und Einsprüche führen immer wieder zu Verzögerungen. Derzeit geht der Streit um den Bau eines 900 Meter langen Tunnels nahe der Landesgrenze. Er kann nicht beginnen, weil Firmen die Vergabe des Auftrags durch das Land nicht akzeptieren. Mit ihrem Protest hatte sich zunächst die Vergabekammer in Berlin beschäftigt und Ende November der Senatsverwaltung Recht gegeben.

Kurz bevor die so genannte Rechtsbehelfsfrist verstrichen sei, habe ein Unternehmen angekündigt, mit seinem Protest bis zum Verwaltungsgericht zu gehen. "Erst wenn diese Instanz entschieden hat, kann der Tunnelbau beginnen und auch der Bau der Stützwände", sagt Grenz. "Die Firma hat kein finanzielles Risiko dabei. Das trägt der Steuerzahler."

Grenz zufolge soll der erste der drei Bauabschnitte der neuen A 113 im Juni 2004 abgeschlossen sein. Auf der Strecke zwischen Buschkrugallee und Späthstraße seien die Brücken nahezu fertig, doch der Straßenbau dauere an. "Kabel müssen noch verlegt und die Verkehrstechnik eingebaut werden", so der Projektleiter. Auf diesem Abschnitt, an der Johannisthaler Chaussee, wächst Berlins höchste Lärmschutzwand: sie wird neun Meter hoch. In Johannisthal, an der Straße 194, sind es acht Meter. Anwohner hatten unter dieser Bedingung auf eine Klage verzichtet. Der zweite Bauabschnitt der Autobahn zwischen Späthstraße und Adlershof soll im Herbst 2005 freigegeben werden. Die Massantebrücke ist fast fertig.

Frühestens im April 2007 wird der Abschnitt von Adlershof bis zur Landesgrenze abgeschlossen. Die geplanten Kosten würden jedoch nicht überschritten, sagt der Projektmanager. Für den Bau sind 398 Millionen Euro vorgesehen, für Grunderwerb und Entschädigungen 97 Millionen Euro. Erheblicher Aufwand wird getrieben, um das Grundwasser vor Verunreinigung zu schützen. Elf Anlagen an der Strecke filtern das auf die Autobahn fallende Regenwasser. Es wird vorgereinigt, passiert einen Bodenfilter und fließt dann in den Teltowkanal.