Das Lächeln ist Karin Deutsch vergangen. "Es gibt keinen Tag ohne Störungen", sagt sie verzweifelt. Der Streichelzoo, den sie und ihr Mann Alfred Materna seit 1994 führten, hat in Altglienicke offenbar keine Chance. Das Ehepaar musste das jahrelang genutzte Grundstück der Telekom-Tochter DT Immobilien an der Wegedornstraße räumen.

Seitdem sind Bergziegen, Hängebauchschweine und Pferde auf mehrere Privatgrundstücke in der Umgebung verteilt. Wasser und Futter müssen dorthin gebracht werden. Kinder aus der Umgebung konnten früher reiten, die Tiere pflegen und streicheln - aber damit ist es vorbei. Doch das ist nicht das einzige Problem. Oft würden sich Unbekannte einen Spaß erlauben und Tiere über Nacht frei lassen, klagt Karin Deutsch. Anwohner beschweren sich, wenn Ziegenbock oder Pferde plötzlich ohne Aufsicht auf den Straßen herum laufen und eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer werden können.

Das Umweltamt von Treptow-Köpenick hat bereits Ordnungsmaßnahmen angekündigt, falls die Tiere erneut im Coloniapark angetroffen würden.

Vier Hängebauchschweine hat Karin Deutsch schon schlachten lassen, demnächst wird es zwei weiteren an den Kragen gehen. Auch von einigen Pferden hat sich das Ehepaar getrennt. Die Suche nach einem Ersatzgrundstück, auf dem alle Tiere sicher untergebracht werden können und Weidefläche finden, scheint gescheitert. Zwar habe der Bezirk ein passendes Areal angeboten, wolle aber keine schriftliche Zusage für eine dauerhafte Nutzung geben, sagt Frau Deutsch. Das sei das Hauptproblem. "Wir wollen Ställe bauen und eine Wasserleitung legen. Deshalb brauchen wir die Sicherheit, dass wir dort bleiben können."

saf