In der Berliner Verwaltung könnten 40 bis 45 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden, ohne dass die Leistungen für die Bürger davon berührt wären. Diese Rechnung hat der Grünen-Finanzexperte Oliver Schruoffeneger nach dem Blick auf einen Kostenvergleich der Senatsverwaltung für Finanzen erstellt. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) hat aufgelistet, wie viel die Personalverwaltung der einzelnen Bezirksämter und Senatsverwaltungen kostet. Insgesamt verursacht dieser Teil der "Verwaltung der Verwaltung" jedes Jahr Kosten von 110 Millionen Euro.

Würden alle Dienststellen die Führung der Personalakten nur so effizient erledigen wie der Durchschnitt der Behörden, ließen sich die Ausgaben nach Schruoffenegers Rechung um fast die Hälfte senken. Tatsächlich klaffen die Werte der einzelnen Dienststellen weit auseinander. In den Bezirksämtern erstreckt sich die Spanne zwischen dem billigsten und dem teuersten Bezirk von 626 Euro in Friedrichshain-Kreuzberg und 1093 Euro in Pankow. Die günstigste Senatsverwaltung, das Ressort für Bildung und Wissenschaft, gibt pro Mitarbeiter 454 Euro aus. Am teuersten verwaltet das Haus von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) sein Personal. Jeder der 385 Mitarbeiter verursacht dafür Kosten von 3265 Euro.

Der Durchschnitt aller Dienststellen liegt bei 1065 Euro.

Auffällig ist, dass fast alle Bezirksämter ihre Mitarbeiter deutlich günstiger verwalten und unter diesem Durchschnitt liegen. Die Kostentreiber sind die Senatsverwaltungen, die mit Ausnahme der Bildungsverwaltung deutlich über dem Durchschnitt liegen. Für Schruoffeneger gibt es dafür keine sachliche Rechtfertigung: "Die Aufgaben, die erfüllt werden müssen, sind in allen Fällen identisch." Diese Einschätzung teilt auch der Finanzsenator. In der Regel ist es so, dass die Verwaltung der Personalakten pro Stück umso günstiger wird, desto mehr Leute eine Personalabteilung zu betreuen hat. Unter anderem dadurch erklärt sich, warum die Bildungsverwaltung, die mit ihren vielen Lehrern fast 39.000 Menschen umfasst, besser abschneidet als andere. Aber Größe allein sorgt nicht unbedingt für niedrige Stückkosten. Die Innenverwaltung, die mit ihren Polizisten 30 000 Menschen beschäftigt, liegt mit 1352 Euro pro Mitarbeiter über dem Durchschnitt.

Besonders teuer ist die Personalverwaltung aber in kleinen Dienststellen. Klaus Wowereits Senatskanzlei mit ihren 418 Köpfen steht mit 2870 Euro jährlicher Kosten pro verwalteter Personalakte in der Liste und ist nur unwesentlich günstiger als Harald Wolfs Wirtschaftsverwaltung. Auch die Justizverwaltung beschäftigt zwar relativ viele Mitarbeiter u. a. in den Gefängnissen und Gerichten, insgesamt fast 12 000, schneidet aber bei den Kosten pro Kopf mit 1244 Euro überdurchschnittlich ab. Das Gleiche gilt für die Finanzverwaltung mit ihren Finanzämtern, die für fast 12 000 Menschen pro Kopf 1255 Euro für die Personalaktenführung aufwendet. Von den mittelgroßen Ressorts ist die Sozialverwaltung mit 2052 Euro für jeden der knapp 1900 Mitarbeiter deutlich teurer als etwa die Stadtentwicklungsbehörde, die für 1700 Menschen jeweils 1473 Euro aufwendet. Die neue Übersicht der Kosten der Personalverwaltung mache "dringenden Handlungsbedarf" deutlich, so Schruoffeneger.