Im Streit um das bislang unter Verschluss gehaltene Gutachten zur Munitionsbelastung des Flughafens Tegel ist Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) dem Wunsch der Opposition nachgekommen. Ab sofort kann jeder Abgeordnete das Gutachten vertraulich im Datenschutzraum bei Parlamentspräsident Walter Momper einsehen, teilte die Senatsverwaltung gestern den Fraktionen mit. Nachdem Morgenpost Online, der das Gutachten in Auszügen vorliegt, dessen brisante Inhalte im Dezember bekannt gemacht hatte, hatten CDU, Grüne und FDP die Senatorin Mitte Januar aufgefordert, mindestens den Abgeordneten das Gutachten zugänglich zu machen.
Das Gutachten mit dem Titel "Testfelderprobung-Kampfmittelberäumung auf dem Flughafen Berlin-Tegel - Gefährdungsabschätzung" war von dem auf Altlastenmanagement und -bewertungen spezialisierten Berliner Ingenieurbüro Döring im Auftrag der Senatsverwaltung im Oktober 2005 fertiggestellt worden. Wie berichtet kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass es in Tegel eine "objektive Gefahrensituation" bei Eingriffen - zum Beispiel mit der Tragfläche oder des Fahrwerks - in die Sicherheitsbereiche der Start- und Landebahnen sowie "bei Mäh- und Landschaftspflegearbeiten mit Eingriffen in den Boden" aufgrund "oberflächennaher Spreng- und zündkräftiger Munition" gibt.
Empfohlen wird die "flächendeckende Kampfmittelberäumung aller nicht versiegelter Flächen". Von Seiten des Senats hieß es bislang, dass keine unmittelbare Gefahr für den Flugverkehr ausgehe.
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