Damit das Anbieten sexueller Dienstleistungen untersagt werden kann, müsse der Senat eine Rechtsverordnung erlassen. "Dann könnten Polizei und Ordnungsamt Platzverweise aussprechen. Ich bin ziemlich sicher, dass das helfen würde. Es müssten noch nicht einmal Schilder aufgestellt werden", sagte Band.

In Kürze will er deshalb mit der Senatsjugendverwaltung über die Lösung des Problems sprechen. Besonders dringend sei es im Bereich Potsdamer Straße und Kurfürstenstraße mit Froben- und Kurmärkischer Straße, wo sich mehr als zehn Kinder- und Jugendeinrichtungen befinden. Schon tagsüber werden Kinder dort mit Straßenprostitution und den Begleiterscheinungen konfrontiert. "Ich habe waschkörbeweise Beschwerden. Wir hatten viele Treffen des Quartierrats, der Kitas und Schulen. Wir haben die Büsche zurückgeschnitten, Tischtennisplatten abgebaut, weil sie fürs Geschäft genutzt wurden. Der Spielplatz an der Frobenstraße wird abgeschlossen; dafür wurde ein Schlüsseldienst eingerichtet. Aber bis heute werde ich von den Anwohnern gefragt, was ich gegen das Problem unternehme", so Band. Für Kinder sei es im dortigen Wohngebiet an der Tagesordnung, mit dem Straßenstrich konfrontiert zu sein, bestätigte eine Erzieherin.

Nach Auskunft der Senatsinnenverwaltung sei man sich im Senat einig, keinen Sperrbezirk einrichten zu wollen. Doch darum geht es auch Band nicht. Er führe keinen Feldzug gegen Prostitution, betont er. "Aber die Anwohner leiden, und es droht die Entmischung des Gebiets", warnt Band. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sieht die Situation jedoch als nicht so schlimm an: Eine Verschärfung der Verhältnisse auf dem Straßenstrich sowie in dessen Umfeld sei nicht erkennbar.

bsm