Straßenstrich

Keine Sperrbezirke für Berliner Prostituierte

Bezirksbürgermeister Band will den Straßenstrich rund um die Schöneberger Potsdamer Straße verbannen. Prostituierte bieten dort auch tagsüber ihre Dienste an. Anwohner fürchten um ihre Kinder. Doch einen Sperrbezirk wird es nicht geben, das hat Innensenator Körting nun klar gemacht.

Foto: Joachim Schulz / Schulz

Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD), der den Straßenstrich vor Schulen und Kitas verbieten lassen wollte, glaubt nach einem Gespräch mit der Senatsverwaltung für Bildung jetzt nicht mehr daran, dass der Senat dazu eine nötige Rechtsverordnung erlässt.

"Ich habe mich für die berechtigten Interessen der Anwohner eingesetzt, muss aber zur Kenntnis nehmen, dass die Senatsebene diesen Vorschlägen nicht folgt“, sagte er am Freitag Morgenpost Online. Das Bezirksamt werde nun nach anderen Wegen suchen, um das Problem zu lösen.

Besonders im Bereich der Potsdamer Straße in Schöneberg gibt es Probleme mit dem Straßenstrich, wo die Prostituierten auch tagsüber ihre Dienste anbieten. Schon Kindergarten-Kinder sind mit den negativen Begleiterscheinungen konfrontiert.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte Sperrbezirken für Prostitution in Berlin bereits am Donnerstag eine klare Absage erteilt. Die Prostitution vor bestimmten sozialen Einrichtungen per Regelung zu verbieten, „halte ich nicht für zielführend“, sagte Körting im Abgeordnetenhaus.

Der Schutz von Jugendlichen unter 18 Jahren vor sittlich gefährdender Prostitution vor Schulen und Kitas sei heute schon gesetzlich möglich, sagte der Innensenator. „Deshalb sehe ich für Berlin momentan keinen Handlungsbedarf“, betonte Körting. Stattdessen sollten Sozialarbeiter und Organisationen wie Hydra das Gespräch mit den Prostituierten suchen, um sie für die Problematik des Straßenstrichs vor Kitas und Schulen zu sensibilisieren.

"Ich sehe die Belästigung. Doch wir können nicht durch Verbote gegensteuern, sondern nur durch Belehrungen“, sagte Körting. Der Bezirk hatte diesen Weg bereits beschritten. Jedoch ohne großen Erfolg, denn der Wechsel innerhalb der Liebesanbieterinnen auf öffentlichem Straßenland ist rege, sodass durch Gespräche keine Nachhaltigkeit erreicht werden konnte.