Es waren gewiss beschwerliche Tage für Berlins dienstältesten Playboy Rolf Eden. Da wurde in seinem Stammcafé am Roseneck getuschelt, die Passanten auf dem Kudamm schauten kopfschüttelnd hinterdrein, wenn der 77-jährige Rolls-Royce-Fahrer mit Sonnyboy-Mähne vorbeibrauste. Und alles - typisch Eden - wegen einer Frauengeschichte.

Die 27 Jahre alte, blonde Brigitte wollte er am 20. Dezember im Schmargendorfer Standesamt heiraten. Nach siebenfacher Vaterschaft sollte dieses drollige Ding namens Ehe nun auch mal ausprobiert werden. Alles war so schön geplant. Ein Auto hatte Eden der Zukünftigen geschenkt, die Ringe waren bestellt, und dass man nach der Hochzeit oftmals für Opa und Enkelin gehalten werden würde, daran sollten sich doch die Neider und Spießer stoßen, beschloss das ungleiche Paar.

So perfekt aber war's geplant, dass nichts daraus wurde. Filou Eden nämlich arbeitete mit dem Romantik-Killer namens Ehevertrag, und in dem stand, dass Brigitte mal schön woanders wohnen solle. Seine Dahlem-Villa jedenfalls bleibe Junggesellen-Oase.

Beim Wochenend-Frühstück, fünf Tage vor dem Trauungstag, platzte Brigitte dann aber doch noch der Kragen und die Hochzeit gleich mit. Weil sie eine Ehe mit einem gemeinsamen Heim wollte, zog sie ihr Jawort zurück und ließ den von bösen Zungen als "Runzel-Casanova" titulierten, dabei doch mehrfach gelifteten Eden zerknittert und zerknirscht zurück.

Doch bald, mit der einzelgängerischen Zielstrebigkeit eines Clint Eastwood, folgte Eden dem Beispiel jener zweiten sagenhaft-unverwundbaren Heldenfigur dieses Jahres, Ober-Lokführer Manfred Schell, und tat, was ein Mann in Zeiten größter Krise tun muss: Er nahm Urlaub. Die Hochzeitsreise durch die Karibik sei schließlich bezahlt, sagte Eden - und war nicht auch der Rest schon bestens organisiert gewesen? Eben. Kurz: Eden und Brigitte flogen in die Ferien. Dann halt ohne Trauschein. So what?

Zum Abschied - offenbar genießt und schweigt ein Gentleman doch nicht immer - sagte Eden noch, er werde unterwegs an neuer Vaterschaft arbeiten, zudem zwischendurch einfach wieder um Brigittes Hand anhalten. Ganz klar: Damit hält sich Eden pfiffig alle Chancen offen, auch im kommenden Jahr jenen Titel einzuheimsen, den ihm die Leser der Berliner Morgenpost jetzt verliehen.