Drei ungeklärte Kapitalverbrechen beschäftigen seit Monaten die Berliner Kripo. Heute setzen die Fahnder ihre Hoffnungen auf die 350. Folge von «Aktenzeichen XY . . . ungelöst». In der ZDF-Sendung werden die drei offenen Fälle aus Berlin gezeigt.
Am 1. Mai dieses Jahres wurde der Kioskbesitzer Hasan Kocaman gegen 7.50 Uhr leblos in seinem Laden an der Rathenower Straße in Moabit aufgefunden. Alle Indizien sprechen dafür, dass der 40-Jährige einem Raubmord zum Opfer fiel. «Stumpfe Gewalt gegen den Kopf», heißt es im Kripo-Deutsch. Der gewaltsame Tod des Kioskbesitzers ist Inhalt einer der «XY»-Beiträge, die heute ausgestrahlt werden.
Am Tatort blieb eine Schreckschusswaffe zurück: ein 20 Zentimeter langer, silberfarbener Colt mit schwarzen Griffschalen. Aus dem Laden raubten die Täter Geld. Einen Sohlenabdruck vom Tatort konnten die Ermittler inzwischen einem Schuh der Marke «Big Rig» zuordnen. Die Kripo-Beamten fragen, wer Besitzer solcher Schuhe war und in Verbindung mit dem Mord stehen könnte. Hinweise an die 5. Mordkommission, Tel.: 699 32 71 51.
Bereits zu Anfang des Jahres wurde der italienische Kellner Luigi Saporito umgebracht. Am 10. Januar fand eine Putzfrau den 53-Jährigen mit eingeschlagenem Schädel in seiner Wohnung am Charlottenburger Ufer. Saporito, der homosexuell war, wurde zuletzt am 5. Januar lebend gesehen. Von seinem Arbeitsplatz, einem Restaurant in Potsdam-Babelsberg, hatte er eine S-Bahn zum Bahnhof Zoo genommen. Am Bahnhof Zoo soll er Männerbekanntschaften gesucht haben. Saporito könnte dabei an den Täter geraten sein, der es auf Geld und Wertsachen des Italieners abgesehen hatte. Im Fall Saporito ermittelt die 3. Mordkommission, Tel.: 699 32 71 30.
Auf der Flucht vor der Polizei ist der 42-jährige Zivota Pantic. Er steht unter dringendem Verdacht, seine eigene Tochter erstochen zu haben. Hintergrund der Tat vom 17. September ist, dass der Vater mit dem künftigen Verlobten seiner Tochter nicht einverstanden war. Pantic stammt aus Jugoslawien. Er hatte Ex-Frau und Tochter im September erstmals in deren Wohnung in der Lutherstraße in Spandau besucht. Dabei kam es zum Streit, weil Zivota Pantic als orthodoxer Christ nicht hinnehmen wollte, dass sich Mirjana Pantic (20) mit einem Moslem eingelassen hatte.
Die Fahnder nehmen Hinweise zum Aufenthaltsort von Pantic unter Tel.: 767 25 66 16 entgegen. In den Fällen Kocaman und Saporito sind je 5000 Euro Belohnung ausgesetzt, im Fall Pantic 2500 Euro.
In der heutigen «Aktenzeichen XY . . . ungelöst»-Ausgabe wird auch Eduard Zimmermann wieder vor die Kameras treten. Der Gründer der Sendung will ein 20 Jahre zurückliegendes Verbrechen klären, das ihn nicht ruhen lässt: Den Mord an der 11-jährigen Ursula Herrmann aus Bayern. tz
Fahndung im Web

