Berlin wird um ein sportliches Highlight reicher: Der Sauerland-Boxstall mit seinem Star, Weltmeister Sven (Spitzname "Svenny") Ottke, und Erfolgstrainer Hans-Ullrich Wegner zieht von Köln in die Hauptstadt um. Nicht nur für Ottke ist das eine Rückkehr in die Heimat.

Die "Sauerland Event GmbH", quasi die Verwaltung des Box-Veranstalters, hat Quartier in Berlin bezogen. Vor vier Wochen wurden etliche Büros und Lagerräume auf dem Olympiagelände an der Hanns-Braun-Straße angemietet. In unmittelbarer Nachbarschaft des dortigen Sportmuseums, der Hertha-Amateure und von "Berlin Thunder". Hagen Doering, der als Sauerland-Sportkoordinator den Umzug vom Rhein an die Spree organisiert hat, sagte der Berliner Morgenpost: "Wir freuen uns, dass wir endgültig ein erstes Standbein in Berlin haben. Das zweite folgt Anfang März, wenn unser Camp mit 17 Boxern und drei Trainern hierher kommt."

In Berlin hofft der Sauerland-Boxstall auf einen weit größeren öffentlichen Zuspruch, als man ihn in Köln hatte. Doering: "Ich bin optimistisch, dass sich unsere Erwartungen hier erfüllen werden. Die Stadt ist boxfreundlicher als Köln, wir werden mehr Zuschauer haben. Dazu kommt, dass wir hier leichter talentierten Nachwuchs aus dem Amateurlager rekrutieren können. Insgesamt ist Berlin eben mehr als Köln - eine Metropole in deren Flair wir gut passen."

Für die Entscheidung, das inzwischen mittelständische Faustkampf-Unternehmen des seit 25 Jahren als Boxpromoter arbeitenden Wilfried Sauerland künftig in Berlin anzusiedeln, waren drei weitere Faktoren Ausschlag gebend: zum einen die Verringerung der Distanz zur Sauerland-Filiale in Frankfurt/Oder, die vom früheren Henry-Maske-Trainer Manfred Wolke geleitet wird. Dann die Tatsache, dass der in Südafrika lebende Brauereianlagenunternehmer Sauerland leidenschaftlicher Berlin-Fan ist. Außerdem kommen die aktuellen Säulen des Boxstalls alle aus Berlin: Ottke, Wegner, Doering.

Umzugspläne gibt es bereits seit mehr als einem Jahr. Doch zwischenzeitlich schien sich das Projekt zu zerschlagen. Im Sauerland-Boxstall machte sich Frust darüber breit, dass sich Berlins Stadtentwicklungs- und Sportverwaltung offenbar nicht über die Mietbedingungen für die 1000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten an der Hanns-Braun-Straße einigen konnten. Diese Probleme sind nun ausgeräumt. Sauerland-Sportkoordinator Doering lobt: "Seit Sportsenator Klaus Böger das Thema zur Chefsache gemacht hat, klappt alles reibungslos."

Doerings Ziel ist es, Berlin künftig noch stärker als Standort für hochkarätige Boxabende zu etablieren. Dem Boxfest vom 15. März diesen Jahres, als Ottke in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle Byron Mitchell schlug und diese Bilder in 27 Länder übertragen wurden, sollen weitere folgen. Doering: "Wir haben uns vorgenommen, künftig mindestens zwei Box-Events pro Jahr in Berlin zu veranstalten." Bereits am 10. Januar sollen vor allem Berliner Boxer wie Oktay Urkal und Czengiz Koc voraussichtlich im Tempodrom in den Ring klettern.