Senatoren und andere Spitzenpolitiker der rot-roten Berliner Koalition und der Grünen haben sich gestern den Friedensdemonstrationen angeschlossen. SPD, PDS und Grüne hatten mit zur Demonstration am Alexanderplatz aufgerufen. SPD-Landeschef Peter Strieder betonte, das "Nein" zum Krieg werde in Berlin sichtbar bleiben.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mahnte die Berliner, die "Kultur der Toleranz und Friedlichkeit aufrechtzuerhalten". Ausländischen Menschen sollten die Berliner weiterhin "friedlich und freundlich begegnen, egal, aus welchem Land sie stammen, welchen Glaubens sie sind oder welche Hautfarbe sie haben", sagte Wowereit.

Die Berliner Grünen zeigten sich "entsetzt darüber, dass sich die Bush-Administration für einen Angriffskrieg entschieden hat." Die Enttäuschung dürfe jedoch nicht zur Resignation führen, sagten die Landesvorsitzenden Almuth Tharan und Till Heyer-Stuffer: "Wir müssen gerade jetzt ein Zeichen setzen, dass wir nicht mit dem Vorgehen der USA einverstanden sind." Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann rechtfertigte die Position der Bundesregierung, die Überflugrechte für die Amerikaner nicht zu streichen. Davon seien KFOR und SFOR auf dem Balkan ebenso wie humanitäre Hilfsaktionen betroffen.

Berliner und Brandenburger PDS kamen am Abend zu einem gemeinsamen Sonderparteitag zusammen. In einer Resolution gegen den "Massenmord an Unschuldigen" forderten die Delegierten, das "Bomben und Töten" zu stoppen. Für Freitag kündigte die Partei eine Sitzblockade vor der US-Botschaft an. Vom selben Tag an soll es ab 19 Uhr für die Dauer des Krieges eine Mahnwache an der Botschaft geben, an der sich auch PDS-Abgeordnete beider Landtage und die Berliner PDS-Senatoren beteiligen wollen.

jof